Die Vogelgrippe hat die Türkei weiterhin fest im Griff: 12-jähriges Mädchen gestorben
- H5N1-Virus wurde bei Bruder des Opfers festgestellt
- Entwarnung bei Verdachtsfällen in Wien und Brüssel
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Erstmals in Italien als Tierkrankheit beschrieben
Im Osten der Türkei ist erneut ein Kind unter Vogelgrippe-Verdacht gestorben. "Trotz aller Bemühungen haben wir Fatma nicht retten können", teilte der Chefarzt des Universitätsklinikums in Van mit, wo die Zwölfjährige behandelt wurde. Der Zustand ihres fünfjährigen Bruders sei dagegen "stabil".
Bei ihm hatte ein Labortest bestätigt, dass er das gefährliche Virus H5N1 in sich trägt. Entwarnung gab es dagegen in Istanbul, Brüssel und Wien: Bei Patienten, die mit Grippesymptomen ins Krankenhaus mussten, bestätigte sich der Vogelgrippe-Verdacht nach Ärzteangaben nicht.
Laut dem Chefarzt der Uniklinik von Van hatten Fatma und ihr kleiner Bruder Muhammed Kontakt mit infizierten Hühnern. Sie kamen erst sechs Tage nach Ausbruch ihrer Erkrankung ins Krankenhaus. Da sei das junge Mädchen bereits schwer krank gewesen. Sein Zustand habe sich in den letzten Stunden vor dem Tod stetig verschlechtert; zum Schluss habe das Kind künstlich beatmet werden müssen. Der Zustand von Fatmas fünfjährigem Bruder Muhammed sei zwar ebenfalls "schlimmer" als bei den anderen Patienten in Van, aber derzeit "stabil".
Türkei: 18 Erkrankungen
Im Krankenhaus von Van sind bereits drei Kinder einer Familie aus Ost-Anatolien dem besonders aggressiven Virus erlegen. Insgesamt erkrankten bisher 18 Menschen in der Türkei an der Vogelgrippe; drei von ihnen wurden erfolgreich behandelt und konnten inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen. Ein weiterer Fall in Istanbul bestätigte sich hingegen nicht: Ein am Samstagabend in ein Krankenhaus der westlichen Wirtschaftsmetropole eingelieferter fünfjähriger Bub aus einem rund hundert Kilometer weiter südöstlich gelegenen Ort sei inzwischen wieder entlassen worden, bestätigte einer der behandelnden Ärzte.
Entwarnung in Brüssel und Wien
Entwarnung gab es auch in Wien und Brüssel: Eine Frau war kurzzeitig unter Vogelgrippe-Verdacht in das Kaiser Franz-Josef-Spital eingeliefert worden. Das Gesundheitsministerium bestätigte, dass die Frau in Ost-Anatolien bei der Keulung von kranken Tieren mitgeholfen habe. Nach Labortests wurde aber Entwarnung gegeben, die Österreicherin litt an "normaler" Grippe.
Ähnlich in Brüssel: Ein am Freitag in einem Brüsseler Krankenhaus eingelieferter Patient leidet ebenfalls an einer ganz normalen Grippe. Der 28-jährige russische Journalist war mit Grippesymptomen von einer Reportagereise aus dem Vogelgrippegebiet um Van zurückgekehrt und hatte sich selbst gemeldet. Daraufhin hatten die belgischen Behörden erstmals den Notfallplan für eine mögliche Pandemie ausgelöst. Gesundheitsminister Rudy Demotte zeigte sich am Samstagabend erleichtert; das Alarmsystem funktioniere offensichtlich.
Türkei: 1/3 der 81 Provinzen betroffen
Das auch für den Menschen lebensgefährliche Virus H5N1 war Ende Dezember im Osten der Türkei aufgetaucht und hatte sich rasch nach Westen ausgebreitet. Mittlerweile ist fast ein Drittel der 81 türkischen Provinzen betroffen. Die Vogelgrippe-Todesfälle sind die ersten außerhalb Asiens; sie ließen in Europa die Sorge um eine mögliche Grippe-Pandemie wieder anwachsen. Weltweit starben seit 2003 inzwischen fast 80 Menschen an der Infektionskrankheit, die sich bisher jedoch nur von Tier auf Mensch übertrug. (apa/red)
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