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Der tödliche Vogelgrippe-Erreger H5N1 könnte in der Türkei zu einer dauerhaften Gefahr und damit auch zu einem Risiko für die Nachbarländer werden. Das "äußerst krankheitserregende" Virus könne sich in den betroffenen Gebieten trotz Sicherheitsmaßnahmen massenhaft verbreiten, warnte Juan Lubroth von der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) am Mittwoch.
Der Gesundheitszustand von zwei der derzeit 13 gemeldeten Vogelgrippe-Patienten in der Türkei verschlechterte sich nach den Worten von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. In China wurden zwei neue Todesfälle durch den Erreger H5N1 bekannt. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) wollte mit seinen Länderkollegen über die Vogelgrippe-Gefahr beraten.
Jedes Geflügel, das mit dem Erreger infiziert sei, müsse umgehend gemeldet werden, forderte die FAO. So könnten die auf internationaler Ebene empfohlenen Maßnahmen ergriffen werden. Entscheidend sei eine enge Zusammenarbeit der Länder im Kampf gegen die Vogelgrippe. Die Nachbarländer der Türkei - Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Irak, Iran und Syrien - sollten in Alarmbereitschaft bleiben, die Lage überwachen und die Bevölkerung informieren.
Regierungschef Erdogan sagte in Siirt im Südosten des Landes, bei zwei der gemeldeten Vogelgrippe-Patienten in der Türkei seien Schwierigkeiten aufgetreten, wie die Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi meldete. Diese seien aber überwindbar. Tags zuvor hatte der Ministerpräsident verkündet, die Lage sei unter Kontrolle. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) reagierte die Türkei angemessen auf den Ausbruch der Krankheit. Das türkische Gesundheitsministerium habe von Anfang an alles unternommen, um die schwierige Lage in den Griff zu bekommen, sagte WHO-Regionalleiter Marc Danzon in Ankara. Es gebe "keinen Grund zur Panik", für Türkei-Urlauber bestehe keine Gefahr.
Die EU-Kommission verlängerte am Mittwoch ihre Vorschriften für Überwachung und Test von Geflügel gegen Vogelgrippe bis Ende 2006 und wird weitere zwei Millionen Euro für die Ko-Finanzierung der vorgeschriebenen Tests zur Verfügung stellen. Bereits im September hat die Brüsseler Behörde rund 840.000 Euro für die Überwachungsmaßnahmen der Mitgliedstaaten bei locker gemacht. Die Maßnahmen galten jedoch nur bis Ende Jänner.
In China wurden in der Zwischenzeit zwei weitere Vogelgrippe-Todesfälle bekannt. Ein zehnjähriges Mädchen und eine 35 Jahre alte Frau erlagen dem gefährlichen Erreger H5N1, sagte ein WHO-Sprecher in Peking. Das chinesische Gesundheitsministerium habe die Organisation über die Todesfälle informiert. Den Angaben zufolge starben die beiden Patientinnen bereits im Dezember. Die Volksrepublik hat bisher acht Fälle von H5N1-Infektionen beim Menschen gemeldet, fünf der Erkrankten starben.
(apa)
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