Das 1. Mal im Alter von 54 Jahren: Ahonen und Janda feiern historischen Doppelsieg
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1.081,5 Punkte - und das gleich zwei Mal nach acht Sprüngen auf vier verschiedenen Schanzen. So wie man es bis zu Sven Hannawald kaum für möglich gehalten hatte, dass ein Athlet alle vier Bewerbe der Vierschanzen-Tournee für sich entscheidet, so hatte man auch ein Ende wie am Dreikönigstag in Bischofshofen nicht erwartet. Janne Ahonen, zum vierten Mal, und Jakub Janda, zum ersten Mal, teilten sich den Gesamtsieg bei der 54. Tournee und schrieben damit Geschichte.
"Ich wollte diesen Sieg unbedingt. Unglaublich, dass ich dieses Ziel erreicht habe", freute sich der sonst so schweigsame Jakub Janda nach dem ersten Tourneesieg für Tschechien. "Der Sieg ist natürlich fantastisch, aber der Wettbewerb hat mich zehn Jahre meines Lebens gekostet", sprach der Weltcup-Leader die enorme Nervenanspannung an. Mit insgesamt drei Punkten hatte Janda nach sieben von acht Sprüngen geführt, also zur Halbzeit in Bischofshofen.
Doch Ahonen schlug zurück, gewann mit genau jenen zwei Punkten Vorsprung auf Janda erstmals auf der Paul-Außerleitner-Schanze, die er nach drei Stationen hinten gelegen war. Der fünffache Weltmeister hat damit den zehn Jahre alten Rekord von Jens Weißflog eingestellt und ebenfalls zum vierten Mal die Tournee für sich entschieden. "Das ist schon etwas Spezielles, weil Jens, der mein Idol war als ich ein kleiner Bub war, das Gleiche geschafft hat. Es war ein unglaublicher Bewerb."
Zunächst hatte Ahonen gedacht, er wäre einen Punkt hinter Janda. Als dem nicht so war, begannen die Diskussionen, wer den nun den Nissan Pathfinder, das Siegerauto bekommt. Doch der Siegespreis wurde einfach verdoppelt. Janda wird seinen Geländewagen seiner Freundin schenken. "Autos sind mein Hobby, aber schnelle Autos", sagte der Tscheche.
Ahonen freut sich nun auf die Skiflug-Weltmeisterschaften in Bad Mitterndorf. "Ich habe ein gutes Gefühl, aber Skifliegen ist eine eigene Welt." Janda überraschte damit, dass er einen Start in Frage stellte. "Ich weiß noch nicht, ob ich an der WM teilnehmen will. Ich werde nach dem Training entscheiden, ob ich antrete oder nicht."
Dass der Sport auch ohne lokalpatriotische Sicht für die Zuseher interessant ist, dokumentieren die Zahlen des Fernsehsenders RTL. Trotz schwacher Leistungen der Deutschen verfolgten 5,22 Millionen Fans am Freitag die Entscheidung beim letzten Springen der 54. Auflage. Das bedeutete einen Marktanteil von 23,6 Prozent. RTL erreichte damit in etwa die Finalquote des Vorjahres, als durchschnittlich 5,86 Millionen Zuschauer die Live-Übertragung aus Bischofshofen verfolgt hatten.(apa/red)
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