Fehler, die ich nicht hätte gestatten dürfen: Schumacher nach WM-Verlust selbstkritisch
- "Nach Erfolgen schleichen sich Nachlässigkeiten ein"
- Entscheidung über Karriere-Fortsetzung bis Mitte 2006
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Der entthronte Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher hat im Interview mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Schwächen in der abgelaufenen WM-Saison eingestanden. Er habe "Fehler" gemacht, "die ich mir nicht hätte gestatten dürfen". "Nach all den Erfolgen schleichen sich Nachlässigkeiten ein, vieles will man mit Routine erledigen", lautete die selbstkritische Analyse des siebenfachen Champions.
Als Konsequenz sei er gleich nach dem Saisonende wieder in sein Fitnessstudio gegangen, um zu trainieren. "Im Moment brenne ich aufs Fahren wie schon lange nicht", sagte der Deutsche, der Mitte Dezember zum ersten Mal seit einigen Jahren sogar seinen Winterurlaub für Ferrari-Tests unterbrochen hatte, im "Spiegel"-Interview. "Ich hatte nicht das Gefühl, mir die Pause verdient zu haben", meinte Schumacher und sprach nach den dritten WM-Plätzen in der Fahrer- sowie Konstrukteurswertung von einer "katastrophalen" Saison 2005. "Es hat in der Tat bis zum Saisonende gedauert, die Aerodynamik unseres Autos zu verstehen. Manchmal war es wie verhext."
Der 37-jährige kündigte laut der "Spiegel"-Vorausmeldung vom Samstag an, dass er sich "bis Mitte des Jahres" entscheiden werde, ob er seine Karriere nach 2006 fortsetzen werde. Zwei Kriterien seien Voraussetzung für Schumacher, um auch 2007 wieder auf Titeljagd zu gehen. "Das Auto muss konkurrenzfähig sein. Wenn ich nicht einmal die Chance habe, Rennen zu gewinnen und um den Titel zu kämpfen, glaube ich nicht, dass ich große Lust verspüre, meine Karriere fortzusetzen", betonte der Superstar, der außerdem von seinem Team Ferrari verlangt, neue Mitarbeiter zu rekrutieren. "Wenn wir den Fortschritt wollen, brauchen wir zusätzliche Leute. In der Formel 1 kann man sich Stillstand nicht leisten. Ich will wissen: Wo geht bei Ferrari die Reise hin?"
Für die am 12. März beginnende WM-Saison verspricht sich Schumacher aber eine Steigerung von der "Scuderia" aus Maranello. Laut dem Rheinländer hätten "die Niederlagen jeden wachgerüttelt. Jeder will an alte Zeiten anknüpfen. Der Biss ist wieder da."
(apa/red)
