Nur vermeintlich gesunde Milch: Milch-bauern bei Medikamenteneinsatz erwischt!
- Zum Teil Antibiotika über das Internet organisiert
- Verbotene Substanzen erst in Molkerei entdeckt
In einem Glas Milch findet sich mitunter mehr, als nur die gesunden Inhaltsstoffe: Bei Kontrollen der Veterinärabteilung des Landes sind in Tirol Milchbauern beim illegalen Medikamenteneinsatz erwischt worden! Einige Betriebe hatten sich auch unerlaubt Antibiotika über das Internet organisiert. Bis Ende Februar soll nun ein eigens eingerichteter Arbeitskreis über die Durchführung zukünftiger Kontrollen beraten.
50 Strafanzeigen gegen große bäuerliche Betriebe seien nach einer Schwerpunktaktion der Abteilung für Veterinärmedizin des Landes erfolgt, berichtete die Tiroler Tageszeitung. Bereits in der zweiten Dezemberwoche hatte sie nach Verdachtsfällen 28 Betriebe unter die Lupe genommen. Im Zuge der Aktion wurden 50 Strafverfahren an den zuständigen Bezirkshauptmannschaften eingeleitet. Die Betriebe seien quer über das Land verstreut.
Kommissar Zufall deckte Milchskandal auf
Veterinärdirektor Eduard Wallnöfer sieht Leistungsdruck und Konkurrenz, die für diese Situation verantwortlich seien. Gleichzeitig gebe es ein Kapazitätsproblem bei den Tierärzten und betriebswirtschaftliche Überlegungen bei den Landwirten. Deshalb würden immer mehr Bauern selbst aktiv die Medikamente anwenden: Vom Antibiotikum bis zur leistungssteigernden Infusion. Aufgeflogen seien die Bauern wegen eines Zufalls: Bei Tests in der Molkerei hätten die Kontrolleure Spuren der Medikamente gefunden.
Landwirtschaftslandesrat und Bauernbundobmann Toni Steixner (V) betonte, dass "jeder, der gegen die strengen Vorschriften verstößt, auch bestraft werden muss". Es gehe um die Lebensmittelsicherheit. In jeder Branche würden Kontrollen schwarze Schafe zu Tage bringen, meinte er. (apa/red)
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