Freitag, 30. Dezember 2005

DAC-Erfolgskonzept wird 2006 ausgeweitet: Mittelburgenland und Kamptal ziehen nach

  • Widerstand gegen Designer-Weine aus Neuer Welt
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Das im Weinviertel so erfolgreiche DAC-Konzept soll 2006 auch im Mittelburgenland (Blaufränkisch) und im Kamptal (Grüner Veltliner, Riesling) umgesetzt werden. In den anderen Weinbaugebieten wird noch heftig diskutiert, aber vermutlich werden laut Michael Thurner (Im Bild links) von der Österreichischen Weinmarketing Gesellschaft (ÖWM) das Traisental und die Thermenregion die nächsten sein.

Die Bilanz der heimischen Weinwirtschaft, die Thurner und Weinbaupräsident Pleil am Donnerstag im Wiener Steirereck zogen, fiel grundsätzlich positiv aus. Sehr erfreut zeigten sich die beiden über einen kräftigen Anstieg beim Flaschenweinexport, der aber nur eine geringe wertmäßige Steigerung mit sich brachte. Im Klartext heißt das, dass zwar mehr, aber billigere Flaschenweine exportiert wurden.

Preise unter Druck
Die Weinernte 2005 ist mit knapp zwei Millionen Hektoliter etwas geringer ausgefallen als 2004, wodurch die Weinpreise 2006 voraussichtlich leicht steigen werden, so die Einschätzung der heimischen Weinwirtschaft.

Designer-Weine mit Einheitsgeschmack
Massive Wettbewerbsnachteile sieht Weinbaupräsident Pleil (im Bild rechts) durch das große Angebot an Designerweinen aus der Neuen Welt. Aufgrund eines neuen EU-Abkommens mit den USA darf mittels umstrittener Produktionsverfahren industriell hergestellter Wein offiziell in Europa verkauft werden. Langfristig befürchtet Pleil, dass auch ei uns Produktionsstandards zugelassen werden, die nicht gewollt sind. „Bei uns zählen die Herkunft, die Rebsorte und der Einfluss der Jahrganges sowie des Winzers. Wein darf bei uns kein Industrieprodukt werden!“

DAC gegen "Coca Colaisierung"
Für die ÖWM ist der bisher eingeschlagene Weg einer verstärkten Herkunftsvermarktung daher umso wichtiger, um sich klar von der "Coca Colaisierung" (Pleil) des Weines abzugrenzen. Das DAC-Appellationssystem soll ausgeweitet werden, um unverwechselbare, gebietstypische Weine in den Vordergrund zu stellen. (red)

30.12.2005 10:57