Polizei warnt vor Nigera-Connection: Bauer aus NÖ wurde um 1,2 Mio. Euro erleichtert!
- Opfer bestritt, mit den Betrügern in Kontakt zu stehen
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Die Betrugsmasche mit den so genannten Nigerianischen Briefen hat sich wieder einmal ausgezahlt - für die Täter: Ein niederösterreichischer Bauer hat laut Bundeskriminalamt (BK) im Zeitraum von knapp einem Jahr den Betrügern etwa 1,2 Millionen Euro zugeführt. Dass er Opfer von Kriminellen geworden war, wollte er dabei rund zehn Monate nicht wahr haben.
Die Masche ist immer die gleiche: Früher per Post, im elektronischen Zeitalter per Mail, bekommen Empfänger Bitten, bei Transaktionen großer Beträge behilflich zu sein. Die Bittsteller geben vor, an ein großes Vermögen, das sie geerbt oder sonst wie erworben hätten, vorübergehend nicht heranzukommen und dafür kurzfristig eine gewisse Geldsumme zu benötigen. Den Angeschriebenen werden dafür hohe Provisionen versprochen, sobald der Bittsteller sein Vermögen hat.
Opfer wird "ausgenommen"
Wenn das Opfer in spe einmal angebissen hat, tauchen immer neue Probleme auf. Dieser Anwalt muss bezahlt werden, jene Behörde "geschmiert". Von den versprochenen Provisionen sieht der Geschädigte keinen Cent. Die Dunkelziffer schätzt die Exekutive außerordentlich hoch ein: In jedem EU-Land tauchen pro Jahr neun Millionen Nigerianische Briefe auf, das sind 25.000 solcher "419er-Briefe" - der Name leitet sich vom nigerianischen Betrugsparagrafen 419 ab. Viele der Geschädigten schämen sich, die Polizei einzuschalten - so auch der niederösterreichische Bauer aus dem Industrieviertel für mehr als zehn Monate.
Bauer schämte sich
Bei ihm dürfte die Sache völlig aus dem Ruder gelaufen sein. Der Mann - er hat Familie - hatte laut Bundeskriminalamt im Juli 2004 ein solches Mail erhalten. Bei ihm ging es um die Verschiebung von 18,7 Millionen Euro, ihm wurden die üblichen Prozente als Provision versprochen. Im September 2004 öffnete die niederländische Polizei in Amsterdam Konten von Betrugsverdächtigen. Dabei fand sich auch der Name des Niederösterreichers. Der Landwirt stritt zunächst - wahrscheinlich aus Scham - alles ab. Erst im September 2005 wandte sich der 50-Jährige an die Exekutive. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits um 1,2 Millionen Euro erleichtert worden. (APA/red)
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