Freitag, 30. Dezember 2005

Hersteller wollen Zigaretten verbilligen: Grasser denkt über Tabak-Mindestpreis nach

  • British American Tobacco stellt Antrag auf Verbilligung
  • Austria Tabak sieht schon die Arbeitsplätze bedroht

Das Rauchen könnte im Neuen Jahr billiger werden - dem Finanzministerium liegen Anträge der British American Tobacco (BAT) auf Preissenkungen bei einigen ihrer Marken vor. Paradoxerweise könnte dies aber indirekt zur Festlegung eines Mindestpreises und damit zu Preiserhöhungen für günstigere Marken führen.

Laut "Kurier" will die BAT etwa für die Marken Pall Mall und Lucky Strike den Preis auf 3 Euro pro Packung senken - sollte das genehmigt werden, würden andere Anbieter sofort nachziehen. Es sei der Ausbruch eines Preiskrieges, wie es ihn in anderen europäischen Ländern schon gebe, zu befürchten. Der Finanzminister könnte in Reaktion darauf aber einen Mindestpreis von beispielsweise 3,30 Euro festsetzen - wenn auch ungern, schreibt die Zeitung.

Die zum Gallaher-Konzern gehörende, ehemals staatliche Austria Tabak würde solche Mindestpreise jedenfalls nicht ungern sehen. "Austria Tabak verweist zu Recht darauf, dass 1.500 Mitarbeiter in der Zigarettenproduktion tätig sind, die durch einen solchen Preiskampf bedroht werden", wird ein Sprecher des Finanzministeriums zitiert. Ein Mindestpreis von 3,30 Euro würde die beiden Fabriken in Linz und Hainburg absichern, meint der "Kurier". (apa/red)

30.12.2005 15:48