Freitag, 30. Dezember 2005

Transitbilanz 2005: Kein Aufatmen für die Bevölkerung - 2,2% mehr Lkw am Brenner!

  • Erstmals über 2,1 Millionen Lkw am Tiroler Alpenpass
  • Außerdem: Zuwächse am Arlberg und am Pyhrn

2005 hat einen neuen Lkw-Rekord am Brenner gebracht. Mit 2,12 Millionen Schwerfahrzeugen rollten heuer 2,2 Prozent mehr Lastwagen (über 3,5 Tonnen) über den Tiroler Alpenpass als im vorigen Jahr, geht aus ersten vorläufigen Schätzungen der Asfinag hervor. Nach dem sprunghaften Anstieg der Lkw-Zahlen um 15 Prozent 2004 hat sich der Verkehrszuwachs am Brenner damit wieder auf dem Niveau der Vorjahre eingependelt.

Grund für den dramatischen Anstieg der Transit-Zahlen 2004 war der Wegfall der Ökopunkte-Regelungen nach Auslaufen des EU-Transitvertrags und die Erweiterung der Europäischen Union, wodurch auch die Lkw-Kontingente für die östlichen Nachbarstaaten weggefallen sind. Der zweiprozentige Verkehrszuwachs im heurigen Jahr sei vor allem auf das Wirtschaftswachstum zurückzuführen gewesen, sagte Asfinag-Sprecher Harald Dirnbacher am Freitag zur APA.

Der Verkehrsanstieg um zwei bis drei Prozent am Brenner sei heuer "noch verkraftbar" gewesen. Ewig könne sich der Trend aber nicht mehr fortsetzen, betonte Dirnbacher. Ob der Verkehr sich dann auf Ausweichstrecken wie den Tauern-Pass oder auf die Bahn verlagern werde, sei für die Frächter eine "rein wirtschaftliche Entscheidung".

Schon heuer gab es nach den Zähldaten von den Sondermautstellen auf der Arlberg-Strecke und auf der Pyhrn-Autobahn weit stärkere Zuwächse als am Brenner - allerdings auf niedrigerem Niveau. Auf der Pyhrn-Autobahn wurden heuer erstmals an die eine Million Schwerfahrzeuge verzeichnet - konkret registrierte die Asfinag am Bosrucktunnel einen Verkehrszuwachs von über 8 Prozent, beim Gleinamtunnel sogar von fast 11 Prozent. Die Autobahngesellschaft führt das vor allem den erfolgten Lückenschluss im Bereich der Tunnelkette Klaus und eine bessere Anbindung im Bereich der Welser Westspange zurück. Am Arlberg wurden heuer 352.000 Lkw gezählt, um fast 15 Prozent mehr als 2004, als der Schwerverkehr auf dieser Strecke allerdings um mehr als 11 Prozent gesunken war.

2006: Verkehrszuwächse im Osten
Im neuen Jahr 2006 rechnen die Experten vor allem im Osten Österreichs mit Verkehrszuwächsen. Grund dafür die Fertigstellung der S1, der Wiener Südumfahrung zwischen Vösendorf und Schwechat. Die neue Strecke bietet Platz für zusätzliche 60.000 Fahrzeuge pro Tag. "Wir sind gespannt, wie viel Verkehr sich von der Südost-Tangente auf die neue Strecke verlagern und wie viel Neuverkehr die S1 anziehen wird", so Asfinag-Sprecher Dirnbacher. Ein möglicher Verkehrszuwachs wird aber weniger im Transit als viel mehr im Nahverkehr erwartet.

Mehr Transit im Osten wird voraussichtlich erst die Fertigstellung der Spange Kittsee im Burgenland Ende 2007 bringen. Knapp davor, bis Sommer 2007 will die Asfinag auch den Packabschnitt auf der Südautobahn weitgehend ausgebaut haben. (apa)

30.12.2005 15:26