Donnerstag, 29. Dezember 2005

Keine Einigung bei Tarifgesprächen: Neuer Streik bei U-Bahn legt London ziemlich lahm

  • 4.000 Beschäftigte legen für 24 Stunden Arbeit nieder
  • Züge auf der Northern Line ausgefallen

Der zweite Streik binnen acht Tagen bei der Londoner U-Bahn hat den Berufsverkehr stellenweise erheblich beeinträchtigt. Etwa 40 von 275 Bahnhöfen blieben am Montag in der Früh geschlossen, weil das Aufsichtspersonal und die Beschäftigten an den Fahrkartenschaltern nicht zum Dienst erschienen. Später waren allerdings nur noch 24 Bahnhöfe von Schließungen betroffen. Ein zusätzlicher Disput auf der längsten und verkehrsreichsten U-Bahn-Linie, der Northern Line, führte zum Ausfall mehrerer Züge.

Der 24-stündige Ausstand begann am Sonntag um 18.30 Uhr (19.30 Uhr MEZ). Zuvor waren Tarifgespräche der Gewerkschaft RMT mit der kommunalen Betreibergesellschaft London Underground abermals gescheitert. RMT-Chef Bob Crow warf den Arbeitgebern vor, sie verlangten bei den Schichtplänen Änderungen, die zu Entlassungen und einer Beeinträchtigung der Sicherheit führen würden. Mike Brown von London Underground wies dies zurück. Die RMT vertritt rund 4.000 von 6.000 Londoner U-Bahn-Beschäftigten, nicht aber die Fahrer.

Der erste 24-stündige Streik fand in der Silvesternacht und in der Früh am Neujahrstag statt. Damals konnten die Arbeitgeber den Betrieb mit den 2.000 nicht organisierten Beschäftigten weitgehend aufrechterhalten, allerdings waren auch kaum Pendler unterwegs. Am Montag kam noch eine kurzfristige Arbeitsniederlegung einiger Fahrer auf der Northern Line hinzu, die ihre Solidarität mit einem entlassenen Kollegen bekunden wollten.

(apa)

29.12.2005 07:44