Mittwoch, 28. Dezember 2005

Österreicher arbeiten lange und viel: Mit 44,1 Stunden Wochenarbeitszeit an der EU-Spitze

  • Nur in Griechenland wird noch länger gearbeitet
  • EU-Schnitt "nur" bei 41,9 Arbeitsstunden pro Woche

Die Österreicher arbeiten lange und viel: Mit einer Arbeitszeit von durchschnittlich 44,1 Stunden pro Woche (inklusive Überstunden) liegen sie im EU-Vergleich fast an der Spitze. Nur die Griechen sind mit 44,3 Stunden noch arbeitsamer als die Österreicher, an dritter Stelle liegen laut Eurostat die Polen mit 43,3 Stunden, gefolgt von den Briten mit 43,2 Stunden, so eine im Oktober veröffentlichte Erhebung des EU-Statistikamtes Eurostat vom Frühjahr 2005.

Im EU-Schnitt beträgt die durchschnittliche Zahl der wöchentlich geleisteten Arbeitsstunden demnach bei Vollzeitbeschäftigten, einschließlich der geleisteten Überstunden, 41,8 Stunden in den "alten" 15 EU-Ländern und 41,9 Stunden in der EU-25.

Deutlich kürzer als in Österreich wird etwa in Litauen (39,5 Stunden) oder im wirtschaftlich boomenden Irland (40,6 Stunden) gearbeitet. Auch Dänemark (40,4), die Niederlande (40,7) und Finnland (40,5) zeichnen sich durch kürzere Normalarbeitszeiten aus. Deutschland liegt mit 41,6 Stunden etwa im EU-Mittelfeld.

In Österreich lag die wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2004 mit 44,8 Stunden noch höher als 2005, während sie zwischen 1995 und 2003 zwischen 41,3 und 41,9 Stunden pendelte.

Besonders lange wird übrigens in Island - kein EU-Mitglied - gearbeitet: Dort belief sich die wöchentliche Normalarbeitszeit im Jahr 2005 laut Eurostat auf 47,1 Stunden. Ob dies an der Wärme im Büro liegt, die gegenüber den winterlich klirrenden Temperaturen und eisigen Winden auf der Insel im Nordatlantik bevorzugt wird, kann nur gemutmaßt werden.
(apa)

28.12.2005 15:25