Nach Auftakt in Oberstdorf: Toni Innauer ist weiter kein Freund des K.o.-Modus!
- Unterschiedliche Bedingungen für die Top-Athleten
- "K.o.-System auch diesmal für Wettkampf nicht gut"
·Pointner: "Ist noch nicht so gelaufen"
Widhölzl große Hoffnung für die Gesamtwertung!
·Tournee-Auftakt: Janne Ahonen siegt!
Österreicher enttäuschen,
Widhölzl als Bester nur 6.
·Weltcup-Stände der Saison 2005/2006
So steht es im Einzel-Bewerb & im Nationencup
·Die Weltcup-Termine der Saison 2005/06
KLICKEN: Programm der aktuellen Weltcup-Saison!
Neues Jahr, neues Glück. Denn, ohne die teilweise enttäuschenden Leistungen der ÖSV-Skispringer in dieser Saison schön zeichnen zu wollen, am Glück fehlte es dem Team von Alexander Pointner in der bisherigen Olympiasaison schon auch. Thomas Morgenstern und Wolfgang Loitzl, zwei der vier Doppel-Team-Weltmeister vom vergangenen Februar, scheiterten am Donnerstag gleich zum Auftakt der Vierschanzen-Tournee ausgerechnet in Oberstdorf und mussten damit ihre Hoffnungen auf eine gute Endplatzierung abschreiben.
Wechselnde Windbedingungen beim Skispringen sind immer unerwünscht. Der nur bei der Vierschanzen-Tournee praktizierte K.o.-Modus, wonach im ersten Durchgang der Qualifikationssieger gegen den schlechtesten der Ausscheidung springt usw., wird immer wieder kritisiert. Einer, der dieses System schon seit Jahren für überflüssig hält, ist Toni Innauer, der Nordische ÖSV-Direktor für Skispringen und Kombination.
"Normalerweise springt die ganze Gruppe der 15 besten Springer unter gleich bleibenden Bedingungen zum Schluss. Das K.o.-System war auch diesmal für den Wettkampf nicht gut. Da haben ein paar weniger Rückenwind gehabt und dann geht es zehn Meter weiter. Für den Wettkampfverlauf ist es bei ungleichen Bedingungen schlecht", sagte Innauer nach dem enttäuschenden Auftakt der Österreicher in Oberstdorf. Der Vorarlberger wollte das aber nicht falsch verstanden wissen. "Man muss verlieren können, Skispringen ist ein Spiel, worauf du dich einlässt. Nur es ist besser, man verliert unter reguläreren Bedingungen."
Und wenn dann ein Takanobu Okabe oder ein Matti Hautamäki erstmals in dieser Saison in den Top 5 landen bzw. Roar Ljökelsöy als "Lucky Loser" (dank der Aufwindphase im ersten Durchgang) Zweiter wird, dann sorgt dies natürlich für Diskussionen. Vor allem bei jenen, die nicht ganz vorne gelandet sind. "Es steht auf der Tagesordnung, dass wir über das K.o.-System reden müssen, ob es so viel bringt. Meines Erachtens bringt es das nicht."
Sprung vom Meerwasser- in den Süßwasser-Pool
Ein Widhölzl, so Innauer, sei bei Aufwind ein Siegspringer. Doch gerade dieser hatte es sogar in beiden Durchgängen in Oberstdorf schlecht erwischt. "Er wird nicht auf der ganzen Tournee Rückenwind haben, dann gehört er zu den Favoriten."
Wie schlimm sich derartige Bedingungen für einen Springer anfühlen, beschrieb Innauer mit einem anschaulichen Beispiel: "Es ist, wie wenn du die ganze Zeit im Meerwasser schwimmst, eine Super-Lage hast, und auf einmal springst in einen normalen Süßwasser-Pool und denkst dir: 'wie häng' ich Sack da drinnen, das gibt's ja nicht'."
(apa)
