Freitag, 30. Dezember 2005

Sieg in Oberstdorf: Phantom Janne Ahonen schreitet auf den Spuren von Jens Weißflog!

  • Finne strebt vierten Triumph bei der Tournee an
  • "Ein perfekter Start, jetzt wird es leichter für mich"

Das Phantom hat wieder zugeschlagen und schickt sich an, bei der 54. Vierschanzentournee Sport-Geschichte zu schreiben. Mit dem ersten Saisonsieg ausgerechnet im Auftaktspringen hat Janne Ahonen Kurs auf seinen vierten Triumph bei der Traditionsveranstaltung genommen, womit er den Rekord des Deutschen Jens Weißflog einstellen würde. "Es war sehr wichtig für mich, zu gewinnen. Aber es ist noch zu früh, über den vierten Gesamtsieg nachzudenken. Ich brauche noch sechs gute Sprünge", stapelte der Titelverteidiger tief.

Dennoch zeichnet sich ab, dass es wieder wird wie zuletzt immer:  Viele wollen gewinnen, aber am Ende siegt Ahonen. Das Pokerface aus Finnland war in dieser Saison noch nicht auf Touren gekommen, entsprechend ausgelassen fiel der Jubel über den ersten Sieg seit dem 22. Jänner aus. "Es war schon hart für mich, so lange darauf warten zu müssen. Das war ein perfekter Start, jetzt wird es leichter für mich", sagte der Weltcup-Gewinner der Vorsaison.

In der Qualifikation hatte nichts darauf hingedeutet, dass Ahonen in Oberstdorf erneut ganz oben auf dem Treppchen stehen würde. "Die Qualifikation war furchtbar. Ich habe mir danach die Sprünge vom Vorjahr angeschaut, meine Fehler analysiert und alles verändert. Das war natürlich ein kleines Risiko, aber es hat sich ausgezahlt", erzählte der Familienvater mit einem Lächeln auf den Lippen.

Seiner Konkurrenz war das Lachen dagegen vergangen. Der deutsche Bundestrainer Peter Rohwein glaubt dennoch nicht an eine vorzeitige Entscheidung der Tournee. "Ich denke, Ahonen wird nicht der Seriensieger wie im Vorjahr", sagte Rohwein. Damals hatte Ahonen die ersten drei Springen nach Belieben dominiert und den zweiten Grand Slam nach Sven Hannawald erst in Bischofshofen verpasst, wo er knapp vom Österreicher Martin Höllwarth geschlagen wurde.

Ahonen hält sich mit Prognosen zurück. "Roar Ljökelsöy und Jakub Janda sind die härtesten Gegner, aber es kommen auch noch zwei, drei andere Springer für den Gesamtsieg in Frage", erklärte der Finne.

(apa)

30.12.2005 13:11