Montag, 26. Dezember 2005

"Die Tournee fehlt mir schon": Ex-Sieger Sven Hannawald vermisst Schanzen-Zirkus

  • Nach Burnout-Syndrom: "Erkrankung überstanden"
  • Historische Leistung 01/02 bis "heute nicht geschnallt"

Der frühere deutsche Skisprung-Star Sven Hannawald vermisst den Reiz der Vierschanzentournee. "Die Tournee fehlt mir schon, sie wird mir auch in diesem Jahr fehlen", erklärte der vor knapp fünf Monaten zurückgetretene Hannawald in einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Diese Rumreiserei vermisse ich. Natürlich könnte ich das ja wieder machen, jetzt, als Privatmensch, aber dazu fehlt mir der Antrieb", sagte der 31-Jährige. "Nach Oberstdorf zum Tournee-Auftakt werde ich aber auf jeden Fall fahren."

Die Schwierigkeiten, die seinen Rückzug von den Sprungschanzen mit beeinflusst hatten, hat Hannawald nach eigenem Bekunden überwunden. Es gehe ihm gut, "der Stress ist ja jetzt weg, die Zeit heilt auch viel, sodass ich sagen würde: Gesundheitlich ist es wieder okay, meine Erkrankung, das Burnout-Syndrom, habe ich überstanden."

Er habe jetzt auch so viel Abstand vom Springen, dass er sich "jetzt langsam wieder rantastet. Ich habe vorher bewusst Abstand gesucht und gefunden. Das brauche ich jetzt nicht mehr so. Die Vierschanzentournee werde ich bestimmt wieder so richtig genießen."

Hannawald gestand, dass er noch immer nicht ganz begriffen habe, welche Leistung er im Winter 2001/2002 vollbracht hat. Damals gewann er als erster und bisher einziger Sportler alle vier Springen der Tournee. "Ich kann bis heute noch nicht schnallen, was ich da erreicht habe", versicherte Hannawald. Selbst Videos von seinen damaligen Sprüngen habe er noch nicht angeschaut. "Ich habe bisher keinen Drang verspürt, mir das anzusehen. Ich habe wohl etwas erreicht, was noch keiner erreicht hat, in 50 Jahren nicht."

(apa)

26.12.2005 16:40