Neuauflage der Vierschanzen-Tournee:
ÖSV will in einen Platz unter den besten Drei
- Janda und Ahonen gelten als absolute Top-Favoriten
Können Österreicher Vorjahres-Erfolg wiederholen? - PLUS: Alle Infos zur Vierschanzen-Tournee!
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Vier Orte, vier Schanzen, acht konstante Sprünge, tolle Form und gute Bedingungen: Das sind die Faktoren, die auch heuer wieder den Gesamtsieger der bereits 54. "Vodafone"-Vierschanzen-Tournee küren werden. Die Favoriten haben freilich schon Dutzende Male versucht, Druck von sich auf andere zu schieben. Doch der vierfache Saisonsieger Jakub Janda und Vorjahrs-Gesamtsieger Janne Ahonen sind die beiden meistgenannten Kandidaten auf den Gesamtsieg.
Natürlich wollen auch Österreichs "Adler" wieder ganz vorne mitmischen, ob allerdings das ausgezeichnete Ergebnis des Vorjahres mit den Gesamträngen zwei und drei durch die Herren Martin Höllwarth und Thomas Morgenstern zu toppen ist, ist fraglich. Zwar haben die ÖSV-Athleten zuletzt einen Aufwärtstrend erkennen lassen, durch Andreas Kofler in Engelberg endlich den ersten Podestplatz geholt und eine mannschaftlich starke Leistung geboten, doch ein Gesamtsieg ist auf Grund der Ausgangslage wohl eher unwahrscheinlich.
"Leistungsmäßig stehen wir sicher um nichts nach, aber wir fahren nicht als Favoriten zur Tournee", erkannte auch ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner im Gespräch mit der APA. Aber sein Team fahre mit einer großen Portion Selbstvertrauen und der Gewissheit, eine mannschaftlich hohe Dichte aufzuweisen, nach Oberstdorf. Und vier Springer kehren freilich besonders gern ins Allgäu zurück: Thomas Morgenstern, Andreas Widhölzl, Wolfgang Loitzl und Martin Höllwarth haben schließlich in der Kurstadt im vergangenen November gleich zwei Mal WM-Mannschafts-Gold geholt und wurden daher auch zu Österreichs Mannschaft des Jahres gekürt.
Einen Platz unter den Top 3 in der Gesamtwertung nach den weiteren Bewerben in Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen hält Pointner dennoch für "ein realistisches Ziel". Er baut auf die Tatsache, dass sein Team nicht nur über einen, sondern mehrere Top-Springer verfügt, die allesamt für einen Sieg gut sind. "Bei uns lastet nicht so ein Druck auf einem einzigen Springer. Wir hatten zuletzt 5 unter den ersten 11. Die Vorzeichen gefallen mir sehr gut: Es ist Ruhe und Sicherheit in der Mannschaft und da geht man ganz anders in eine Großveranstaltung."
Im Vorjahr sei mit Widhölzl einer der Favorits gleich in Oberstdorf aus dem Kreis der Gesamtsieg-Anwärter gefallen, dennoch habe sein Team die Gesamtränge zwei und drei erreicht.
Auch abseits von Janda und Ahonen ist die internationale Dichte enorm, Pointner traut rund zehn Leuten Tagessiege zu. Von seiner Equipe hält er Kofler, Widhölzl und Morgenstern derzeit für die stärksten, denen man "alles zutrauen" kann.
Freilich ist die Tournee ein wichtiger Gradmesser für die weiteren Saisonhöhepunkte. "Die Weichen für die Skiflug-WM auf dem Kulm werden bei der Tournee gestellt." Durchaus möglich, dass sich schon das gesamte Team für die Titelkämpfe in Bad Mitterndorf herauskristallisiert. Pointner will auf jeden Fall mit fünf Mann in die Steiermark, eventuell auch sechs. Für die Selektion für die Olympischen Spiele kommt die Tournee wohl etwas zu früh.
Das Sorgenkind in Pointners Truppe ist ausgerechnet jener Mann, der im Vorjahr Janne Ahonen den zweiten "Tournee-Grand-Slam" nach Sven Hannawald vermasselt hat. Martin Höllwarth, der am 6. Jänner dieses Jahres in Bischofshofen für den ersten ÖSV-Tournee-Tagessieg seit fünf Jahren gesorgt hatte, klagt nicht nur über ein Formtief, er war zuletzt durch eine Grippe auch stark angeschlagen. Pointner: "Bei ihm kann es nur aufwärts gehen, den Hölli darf man nie abschreiben."
(apa)
