Freitag, 30. Dezember 2005

Salzburg-Angebot für Rapid uninteressant:
"Wir wollen Andi Ivanschitz nicht hergeben"

  • Konkurrenz: Auch Dortmund ist an Teamkapitän dran
  • Ivanschitz mit Red Bull Salzburg aber bereits einig

Rapid Wien hat am Montag von Red Bull Salzburg ein offizielles Angebot für die sofortige Verpflichtung von Andreas Ivanschitz erhalten, dessen Vertrag bei den Grün-Weißen noch bis 2007 läuft. Das hat Rapid-Sportmanager Peter Schöttel bestätigt. "Es hat aber nichts an unserer grundsätzlichen Haltung geändert. Wir wollen Andi Ivanschitz nicht hergeben", erklärte Schöttel zur Situation um den abwanderungswilligen ÖFB-Teamkapitän.

Unterdessen hat Salzburg auch noch Konkurrenz im Transfergeplänkel um Ivanschitz bekommen. Wie der ORF Montagabend in seiner Sportsendung berichtete, soll auch der deutsche Bundesligist Borussia Dortmund am österreichischen Teamkapitän dran sein.

Ivanschitz mit Salzburg bereits einig
Ivanschitz selbst ist sich laut Angaben der Tageszeitung "Kurier" mit Red Bull Salzburg über einen Wechsel noch in der Winterpause einig. "Ich bin mit Salzburg einig und gehe davon aus, dass sich auch die Vereine so schnell wie möglich einig werden. Ich möchte ab Jänner in Salzburg trainieren", wird der Mittelfeldspieler von Rapid zitiert. Damit könnte der Meister in der Winterpause mit Ivanschitz und Kapitän Steffen Hofmann (mit 1860 München einig) gleich zwei Leistungsträger verlieren. Doch Rapid-Präsident Rudolf Edlinger könnte Ivanschitz noch einen Strich durch die Rechnung machen: "Ich denke nicht daran, einen Titelkonkurrenten stärker zu machen," erteilt er dem Wechsel eine deutliche Absage.

Konkret geht es um die Höhe der Ablösesumme, denn Ivanschitz hat bei Rapid bis Sommer 2007 Vertrag. Einen vorzeitigen Austritt des 22-jährigen Burgenländers aus dem Kontrakt mit den Wienern würde sich Red Bull auf alle Fälle die höchste innerhalb der österreichischen Liga bezahlte Ablöse aller Zeiten kosten lassen. Nach Verteidiger Ronald Gercaliu, dessen Verpflichtung erst am Dienstag besiegelt worden ist, ist Ivanschitz bereits der zweite ÖFB-Teamspieler, der in der Winterpause zum Herbstmeister und aktuellen Tabellenzweiten wechseln soll.

Jara: "Potenzial zum Weltklassespieler"
Salzburg hatte schon vor dem letzten Ligaspiel des Jahres 2005 gegen Rapid (2:0) für Aufsehen gesorgt, indem man mit dem Interesse an Ivanschitz an die Öffentlichkeit gegangen war. Bullen-Trainer Kurt Jara ortete bei seinem erklärten Wunschkandidaten für die Rückennummer 10 des Spielmachers das "Potenzial zum Weltklassespieler". Im Vorfeld der Heim-EM 2008 sei es für den Teamkapitän zudem "gescheiter, wenn er bei uns in Salzburg spielt", zumal er sich dort laut Einschätzung Jaras in Zukunft regelmäßig im Europacup profilieren kann.

Zuletzt war Ivanschitz mit Rapid in die Gruppenphase Champions League eingezogen. Nach der Bestellung von Trainer Josef Hickersberger zum ÖFB-Teamchef ab Jänner könnten dessen Nachfolger Georg Zellhofer aber gleich zwei der wesentlichsten Erfolgsfaktoren abhanden kommen: Neben Ivanschitz (Kurier: "Nach mehr als acht Jahren bei Rapid ist ein Wechsel für mich einfach logisch") sucht auch Rapid-Kapitän Steffen Hofmann eine sportliche Veränderung. Der 25-jährige Deutsche ist sich mit dem deutschen Zweitligisten 1860 München über einen Vertrag bis 2009 einig.

In beiden Fällen liegt die Entscheidungsbefugnis aber bei Rapid. Während Hofmanns Vertrag im Sommer ausläuft und daher den Marktwert drückt, ist Mittelfeld-Partner Ivanschitz ein Jahr länger an die Hütteldorfer gebunden. Sportdirektor Peter Schöttel hatte im Dezember mehrmals betont, seinen Rohdiamanten nicht vorzeitig freigeben zu wollen. Lediglich für einen Wechsel ins Ausland hat der jüngste österreichische Teamkapitän aller Zeiten schon im Sommer 2006 eine Ausstiegsklausel.

Absage von Edlinger
Rapid-Präsident Rudolf Edlinger hat dem Buhlen von Bundesliga-Budgetkrösus Red Bull Salzburg um die Dienste von Teamkapitän Andreas Ivanschitz bereits eine deutliche Absage erteilt. "Die Salzburger können sich ein Angebot ersparen. Wir verhandeln nicht mit Salzburg. Ich denke nicht daran, einen Titelkonkurrenten stärker zu machen", sagte Edlinger der APA.

Edlinger appellierte an den einen Platz vor Rapid rangierenden Tabellenzweiten, die Abwerbeversuche einzustellen und drohte sogar mit einer Klage gemäß den Statuten des Weltverbandes FIFA. "Sollte dieses Handeln nicht unterlassen werden, sehe ich den Tatbestand der Kaperei erfüllt", erklärte der frühere Finanzminister, verwies auf den bis Sommer 2007 laufenden Vertrag mit Ivanschitz und versicherte: "Die Salzburger bekommen ihn nicht um einen Tag früher."

Laut Edlinger sei es keineswegs ein Zufall, dass Ivanschitz ein Jahr länger als Kapitän Steffen Hofmann an den Verein gebunden sei. "Aus heutiger Sicht denken wir nicht daran, beide unsere Spielmacher zum gleichen Zeitpunkt abzugeben", betonte der Rapid-Präsident. Edlinger bestätigte aber im selben Atemzug, dass bereits in der kommenden Woche Verhandlungen mit 1860 München über die Höhe der Ablösesumme für Hofmann aufgenommen werden, bei denen sich durchaus "eine Einigung ergeben könnte".

Neo-Rapid-Trainer Georg Zellhofer gab sich von all dem vorerst unbeeindruckt, geht laut eigenen Angaben "davon aus, dass beide beim Trainingsstart am 5. Jänner dabei sind". Er habe in einem Gespräch mit der Vereinsführung zwar seine Wünsche deponiert, die Entscheidungsgewalt liege aber beim Vorstand und der sportlichen Führung um Peter Schöttel. Über eine Sache war sich aber auch Zellhofer im Klaren: "Über die Qualität der beiden braucht man nicht zu diskutieren."

Kuljic vor einem Wechsel nach England?
Laut ATV plus soll Ried-Angreifer Sanel Kuljic vor einem Engagement in der englischen Premier League stehen. "Es gibt Kontakte zu Aston Villa, zu Fulham und Everton", so dessen Manager Frank Schreier.

(apa)

30.12.2005 16:49