Donnerstag, 29. Dezember 2005

Vier Top 5-Ergebnisse in Folge: Schild hat sich noch 2005 von Nervosität verabschiedet

  • Keine Verunsicherung vom schlechten Saisonstart

Marlies Schild hat das Skifahren nicht verlernt. Zwei Mal Dritte in Spindlermühle vor Weihnachten, Erste (Slalom) und Fünfte (Riesentorlauf) bei den Rennen nach den Feiertagen in Lienz. Die 24-Jährige hat den schlechten Saisonauftakt professionell weg gesteckt und ließ das alte Jahr mit einem Sieg für Ski-Österreich ausklingen. "Ich bin überglücklich, dass es so gut funktioniert hat." Ihr Vorsatz für 2006? "Ich habe mir vorgenommen, nicht mehr so nervös zu sein."

Wenn es nicht läuft, kommt man schnell einmal ins Grübeln. Diese Erfahrung hat auch die Bronzemedaillengewinnerin in der WM-Kombination in Santa Caterina machen müssen. Denn viel hatte die Sportlerin des Skiclub Dienten nicht zu Buche stehen, als es nach den Überseerennen wieder nach Europa ging. Keine Punkte im RTL gesammelt und auch im Slalom (Ausfall) nicht angeschrieben.

"Ich dachte schon, ich hab's verlernt. Nach Aspen war ich schon ein bisserl down. Aber ich bin ja auch nicht so schlecht gefahren, hatte einfach viel Pech. In Spindlermühle bin ich nicht gut gefahren, war aber vorne mit dabei, und dann war auch das Selbstvertrauen wieder da." Und die Tochter eines Skilehrerehepaars hat mit bereits fünf Operationen am linken Knie in ihrer Karriere schon Schlimmeres wegstecken müssen als einen schlechten Start in den Skiwinter.

ÖSV-Damencheftrainer Herbert Mandl hat nie am Können seiner Musterschülerin gezweifelt: "Die Marlies war im Training immer die Stärkste. Ich habe noch nie eines von meinen Mädchen so Slalom fahren sehen. Heute hat sie dominiert und gezeigt, was sie drauf hat." Vor einem Jahr hat Schild in Semmering mit einem Double die erfolgreichsten zwei Tage ihrer Karriere erlebt. Eine Erklärung, warum sie auch heuer wieder am Jahresende so kräftig punktete, hat sie nicht: "Ich weiß auch nicht, warum das so ist."

Nach zwei Trainingstagen in Bad Kleinkirchheim geht es zum Silvesterfeiern nach Hause: "Ich weiß noch nicht, was wir machen werden. Allzu wild wird es nicht werden", zieht Schild wie ihr Freund Benjamin Raich privat die Gemütlichkeit dem Trubel vor.


(apa/red)

29.12.2005 16:48