Schröcksnadel über Weltcup-Kalender nicht erfreut: "So bringt man Skisport um"
- ÖSV-Präsident gegen Flut an Bewerben an einem Ort
·Weltcup-Programm für die nächsten Tage
Auf einen Blick: Wann wo welcher Bewerb steigt
ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hat am Mittwoch in Lienz den Kopf nicht ganz bei den Damen gehabt. Zwar registrierte er erfreut den sensationellen Mannschaftserfolg im Weltcup-Riesentorlauf mit zehn Athletinnen in den Punkterängen ("Sie haben jetzt schon eine Statistik wie die Herren"), aber der Ärger über die geplante "Reform" des Weltcup-Kalenders ließ sich nicht verbergen. "Das bringt den Skisport um, das macht keinen Sinn".
Was heuer in Beaver Creek als "Mini-WM" mit vier Rennen in vier Tagen über die Bühne ging und die Gemüter der Athleten und Trainer erhitzte, soll Standard werden. Was für viele bequem sei (Organisation, Medien, aber auch Rennläufer etc.), schade dem Sport. "Möglichst viele Rennen an einem Ort. Das bringt den Sport um. Man braucht sich nur die Zuschauer-Quoten im Fernsehen anschauen, ab dem dritten Rennen gehen sie runter", erklärte Schröcksnadel, der sich fragt: "Was bringt es, wenn ich in Schladming statt einem Rennen zwei mache und ich dann statt einmal 40.000 zwei Mal 20.000 Zuschauer habe?"
Laut Schröcksnadel ist der provisorische Kalender für die Saison 2006/2007 beeinsprucht und zum Überarbeiten an den FIS-Vorstand zurückgewiesen worden. Der ÖSV-Boss will auch andere Aufreger im Kalender beseitigen, so zum Beispiel die wochenlange Lücke zwischen dem Weltcup-Auftakt in Sölden und den Überseerennen schließen, oder den Athleten nach der Rückkehr aus Nordamerika nicht schon ein paar Tage später wieder ein Abfahrtstraining in Europa (wie heuer in Val d'Isere) zumuten. Außerdem plädiert er gegen die Ansetzung der Übersee-Rennen zur europäischen Primetime am Wochenende.
FIS-Präsident Gian Franco Kasper hatte bereits im Oktober im Rahmen der Sölden-Bewerbe im APA-Interview mit den Komprimierungs-Plänen aufhorchen lassen: "Wir haben gewisse Vorbeschlüsse gefasst wie die Konzentration der Wettkämpfe in einzelnen Ländern. Also Nationen-Pakete, richtige, zusammengefasste Nationen-Grand Prix's. Spätestens der Kalender 2007/08 wird diesem Trend deutlich Rechnung tragen", meinte der Schweizer damals.
(apa)
