Mittwoch, 28. Dezember 2005

Nach Debüt-Pleite bei 1860: Schachner mit Umstellung der Taktik trotzdem zufrieden

  • Steirer: "Hatten erst zwei Trainings zur Verfügung"
  • Ex-Rapidler Hofmann Bester der "Schoko-Löwen"

"Ein ganz bitterer Start für Schoko". So lautete am Montag die Schlagzeile in der Münchner "TZ" nach der verpatzte Premiere von Walter Schachner als Trainer des TSV 1860 am Vortag in Rostock. Der Steirer hatte die Elf, die im Cup gegen Eintracht Frankfurt ausschied (1:3), an sechs Positionen verändert und am Ende gegen Hansa trotzdem auch 1:3 verloren.

Der Österreicher gab u.a. seinem Landsmann Harald Cerny eine Chance und setzte vier Stammkräfte auf die Bank. Diese Umstellungen bezeichnete der Steirer als "reine Bauchentscheidungen". "Mag sein, dass 1860 bessere Spieler hat, aber ich wollte Akzente setzen. Die Spieler sollen merken, dass jeder eine Chance hat", begründete Schachner seine Aufstellungswahl.

Es half alles nichts, die zahmen "Schoko-Löwen" rutschten nach der 19. Runde auf den fünften Tabellenplatz der Zweiten Liga. Der 48-Jährige machte mangelnde Dynamik und Aggressivität, aber auch individuelle Fehler und das Einladen zum Toreschießen seiner Mannen aus. "Hansa hat 70 bis 80 Prozent der Zweikämpfe gewonnen. Wer sich da durchsetzt, gewinnt meistens auch das Spiel."

Nicht ganz so unzufrieden war der neue "Dompteur" mit der taktischen Disziplin. Der Wechsel im Mittelfeld von der Raute zur klassischen Viererlinie fruchtete noch nicht. "Man muss bedenken, dass wir nur zwei Trainings zur Verfügung hatten. Nach zehn weiteren Einheiten sieht das ganz anders aus", so Schachner, der aber zugibt: "Wir müssen noch viel arbeiten, wenn wir aufsteigen wollen."

Bis 6. Februar hat der Hoffnungsträger aus Österreich nun Zeit, seine Mannschaft auf das Heim-"Endspiel gegen Greuther Fürth" (Zitat 1860-Manager Stefen Reuter) einzustellen. Doch - und das hat auch Präsident Karl Auer erkannt - wird die Zeit knapp. "Mit jedem Spiel, das wir nicht gewinnen, wird die Kiste enger", so der Klubchef. Schachner hat noch 15 Versuche.

Auers Rechnung klingt kühn. "Wir brauchen noch elf Siege", sagt er und der Münchner "Merkur" behauptet: "In der Verfassung von Rostock ein aussichtsloses Unterfangen." Ein Einsehen hatten die Kritiker nur mit Steffen Hofmann und mit Abstrichen auch Cerny. Für das Fachmagazin "kicker" war das Duo jeweils mit Note 3,5 noch das Beste, was die Sechziger zu bieten hatten.

Der Ex-Rapidler, der im Winter von Wien an die Isar wechselte, erhielt von der "TZ" einen Dreier, die Zeitung begründete dies so: "Einziger Spieler mit gehobenem Zweitliga-Niveau. Um Ordnung bemüht, Torschütze." Der fränkische Mittelfeldspieler hatte in der letzten Minute per Aufsetzer das haltbare 1860-Ehrentor erzielt. Die "TZ" sah Cerny anders, gab ihm einen "Fünfer" und urteilte: "Chance nicht ansatzweise" genutzt.
(apa/red)

28.12.2005 12:17