Bombenanschlag in Indonesien: Mindestens
8 Menschen wurden getötet und 48 verletzt
- Tödlicher Sprengsatz detonierte auf Marktplatz
- Zweite Bombe konnte rechtzeitig entschärft werden
Bei der Explosion einer Bombe auf der indonesischen Insel Sulawesi (Celebes) sind am Samstag mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Es wurden 48 Verletzte in der Stadt Palu gezählt, wie die Behörden mitteilten. Bei vielen Opfern soll es sich um Christen handeln. Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono verurteilte den Anschlag und ließ die Polizeikräfte anweisen, mögliche Zusammenhänge mit früheren Gewalttaten gegen die christliche Minderheit auf der Insel zu untersuchen.
In Zentral-Sulawesi ist es in der Vergangenheit zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Christen und Muslimen gekommen, die in der Provinz jeweils rund die Hälfte der Bevölkerung stellen. In den Jahren 2001 und 2002 eskalierte der Konflikt zu einem regelrechten Konfessionskrieg, der rund 1000 Menschen das Leben kostete. Der Polizeichef der Provinz, Oegroseno, erklärte, es sei noch zu früh, um etwas über den Hintergrund der Tat zu sagen. Die Bombe, die am Morgen auf einem belebten Schweinemarkt hochging, habe Nägel und Kugellager enthalten, um die Zerstörungskraft zu erhöhen. Den Muslimen ist der Verzehr von Schweinefleisch untersagt.
Im Oktober wurden in Zentral-Sulawesi drei Mädchen auf dem Weg zu ihrer christlichen Schule überfallen und enthauptet, im Mai rissen zwei Bomben in der Stadt Tentena 20 Menschen in den Tod.
Die Polizei entschärfte nach eigenen Angaben eine weitere Bombe, die sich in der Nähe des ersten Sprengsatzes befunden habe. Aus Furcht vor Anschlägen waren in Indonesien für das Neujahrsfest die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Das Fernsehen zeigte Bilder, auf denen Polizisten blutende Verletzte in Autos legten, um diese in nahe gelegene Krankenhäuser zu bringen. Die meisten Opfer wurden nach Polizeiangaben durch Bombensplitter an den Beinen verletzt. (apa/red)
