"Mein Grab ist schon geschaufelt": Bruder von Ex-Irak-Geisel Osthoff dreht durch
- Bei TV-Interview blutverschmiertes Messer gezogen
- Irak: Entführer wollten Osthoff hohe Summe rauben
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43-Jährige war sich der Gefahr im Irak bewusst
Der Bruder der deutschen Ex-Irak-Geisel, Susanne Osthoff, befindet sich nach Informationen der "Bild"-Zeitung seit wenigen Tagen in einer psychiatrischen Anstalt. Wie das Blatt berichtet, zog Robert Osthoff beim Fernsehinterview in einer Gaststätte im bayerischen Grafing ein blutverschmiertes Messer und rief aus: "Mein Grab ist schon geschaufelt".
Eine Kellnerin sagte der Zeitung: "Er wirkte völlig wirr und durcheinander, sprach von göttlicher Erleuchtung". Eine Reporterin habe schließlich die Polizei gerufen. Die Beamten führten Osthoff demnach in Handschellen ab und ließen ihn amtsärztlich untersuchen.
Danach wurde der 41-Jährige "wegen akuter Selbstgefährdung" in die geschlossene Abteilung des Bezirksklinikums Gabersee eingewiesen. Ein Polizeisprecher sagte, Osthoff sei "offensichtlich durchgedreht".
Entführer wollten Osthoff hohe Bargeldsumme abnehmen
Susanne Osthoff ist nach Informationen des Massenblattes "Bild" möglicherweise entführt worden, weil sie bei der Fahrt im Irak viel Bargeld bei sich hatte. Am Tag ihrer Entführung habe Osthoff 17.000 Dollar von der deutschen Botschaft in Bagdad abgeholt, um damit eine Baufirma für ein Hilfsprojekt zu bezahlen, zitierte die "Bild"-Zeitung den früheren Handelsattaché der DDR, Rolfeckhard Giermann. Osthoffs Fahrer habe die Deutsche an die Entführer "verkauft".
Der Fahrer habe ihnen gesagt, er habe eine Deutsche mit viel Geld im Taxi. Die Entführer hätten zunächst gar nicht gewusst, wen sie gekidnappt hätten, und Osthoff im Stamm der Dulaimi "immer weiter nach oben gereicht". Schließlich habe man Osthoff erkannt und freigelassen, das Geld sei jedoch weg. Osthoff selbst habe im Irak weder einen festen Wohnsitz noch ein regelmäßiges Einkommen gehabt.
Giermann sei fünf Jahre lang an der Botschaft in Bagdad beschäftigt gewesen und habe in den vergangenen Monaten engen Kontakt zu Osthoff gehalten, berichtete die Zeitung. Gemeinsam mit ihr habe er in der kurdischen Stadt Arbil im Nordirak ein deutsches Kulturzentrum aufbauen wollen.
Osthoff war Ende November auf einer Überlandfahrt entführt und nach drei Wochen Geiselhaft frei gelassen worden. Auf einem der ARD zugespielten Video hatten die Entführer gedroht, Osthoff zu töten, wenn Deutschland nicht die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung einstelle. Ob es für die Freilassung Gegenleistungen gegeben hat, ist unklar.
(apa/red)
