Mittwoch, 28. Dezember 2005

Sechs Jahre andauerndes Martyrium: Türkin von Vater gefesselt und eingesperrt

  • Die 35-Jährige lebte in einem dunklem Raum
  • Befreiung durch eine Frauenrechtsorganisation

Nachdem sie sechs Jahre in einem verdunkelten Raum im Haus ihres Vaters eingesperrt war, ist eine Frau in der Türkei am Mittwoch mit Hilfe einer Frauenrechtsorganisation befreit worden. Die 35-Jährige sei mit gefesselten Händen auf einem Bauernhof in Yüksekova im äußersten Südosten der Türkei gefunden worden, berichtete die Presse.

Während der gesamten Zeit habe sie keinen Kontakt zur Außenwelt gehabt. Nachbarn hätten einer örtlichen Frauenrechtsgruppe den Hinweis gegeben, der zur Befreiung führte. Die Frau wurde zur psychiatrischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Den Angaben zufolge wurde die Frau 1999 aus unbekannten Gründen von ihrem Mann in das Haus ihres Vaters geschickt, der sie dann einsperrte. Der Mann hatte sie als Zweitfrau genommen. Obwohl die türkischen Gesetze die Polygamie untersagen, handelt es sich um eine weit verbreitete Praxis im Südosten der Türkei. Die überwiegend von Kurden bewohnte und ärmliche Gegend gilt als sehr konservativ.

(apa)

28.12.2005 13:12