Proteste gegen das Wahlergebnis im Irak: Talabani berät mit konservativen Schiiten
- Heute Treffen mit dem SCIRI-Chef Abdel Aziz Hakim
·Proteste gegen Wahlbetrug im Irak
Tausende gingen in Bagdad auf die Straßen
·Osthoff meidet weiter
Kontakt zur Familie
Archäologin meldete sich nicht mal zu Weihnachten
·Osthoff soll sich jetzt vom Irak fern halten
Deutsche Regierung will Rückkehr verhindern
·BND-Mitarbeiter hatte
heiße Spur zu Osthoff
Geisel war drei Wochen lang in Bagdad gefangen
·Geiseldrama: Osthoff
'schwer traumatisiert'
Plus: Fahrer soll Komplize
der Entführer sein
·Steckt Fahrer hinter Osthoff-Entführung?
Komplize jenes Stammes,
der Deutsche kidnappte
·Chronologie der Entführung Osthoffs
Geiseldrama nach rund drei Wochen beendet
·Gekidnappt: Porträt von Susanne Osthoff
43-Jährige war sich der Gefahr im Irak bewusst
·Irak: Video zeigt Tötung einer US-Geisel
BILDER: Mann von hinten in den Kopf geschossen
Der irakische Präsident Jalal Talabani will heute mit dem Führer der konservativen Schiiten sprechen und versuchen, den Streit um das Ergebnis der Parlamentswahl zu schlichten. Talabani will den Vorsitzenden der größten Schiitenpartei SCIRI, Abdul-Aziz al-Hakim, in Suleimaniyah in der gleichnamigen kurdischen Provinz im Nordirak treffen, wie es in kurdischen Politikerkreisen hieß. Ursprünglich hätte das Treffen am Mittwoch stattfinden sollen.
Aus Protest gegen die vorläufigen Ergebnisse der Parlamentswahlen sind erneut tausende Menschen auf die Straße gegangen. In der sunnitischen Hochburg Samarra demonstrierten nach Angaben der Organisatoren 4000 Menschen gegen einen angeblichen Wahlbetrug zu Gunsten der Schiiten. Die Bewohner von Samarra lehnten die bekannt gegebenen Wahlergebnisse ab, sagte ein Sprecher der Protestbewegung Maram, der 42 sunnitische und säkulare Organisationen angehören. Das Endergebnis der Wahlen soll frühestens in der kommenden Woche kundgemacht werden.
Die Demonstranten in Samarra forderten den Rücktritt der Wahlkommission und riefen US-feindliche Parolen. Einige trugen Bilder des Ex-Machthabers Saddam Hussein. Am Dienstag hatten tausende Menschen in Bagad und Tikrit gegen die Wahlergebnisse demonstriert. Sieger der Wahlen ist nach den vorliegenden Teilergebnissen das religiöse Schiiten-Bündnis "Vereinigte Irakische Allianz", das von dem pro-iranischen "Obersten Rat für die Islamische Revolution" (SCIRI) von Abdulaziz al-Hakim und der Dawa-Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Ibrahim al-Jaafari angeführt wird.
Nach Angaben der Wahlkommission haben fast 70 Prozent der Stimmberechtigten an der Wahl teilgenommen. Anders als bei den Wahlen zur konstituierenden Nationalversammlung im Jänner beteiligten sich dieses Mal auch viele Vertreter der sunnitischen Minderheit. Im Jänner hatte die Beteiligung 58 Prozent ausgemacht. An dem Verfassungsreferendum im Oktober beteiligten sich 64 Prozent der stimmberechtigten Iraker.
(apa/red)
