Atomstreit erreicht eine neue Stufe: USA erwägen militärische Intervention im Iran!
- Teheran soll damit zum Einlenken bewogen werden
- EU verlangt völligen Verzicht auf Urananreicherung
·Iran bleibt im Atomstreit weiter hart
Außenminister: "Brauchen
von niemanden Erlaubnis"
·Iran: Atom-Angebot aus Russland verneint
"Haben keinen konkreten Vorschlag erhalten"
·Seit 9/11 deutlich mehr Lauschangriffe
Regierung stellt allein 2004 über 5.640 Anträge
Die USA prüfen jetzt auch militärische Möglichkeiten gegen den Iran, um die Regierung in Teheran zum Einlenken im Atomstreit zu bewegen. Unter Berufung auf NATO-Sicherheitskreise berichtete der Berliner "Tagesspiegel", die westlichen Verbündeten seien davon in Kenntnis gesetzt worden, dass Armeeexperten noch einmal die iranischen Anlagen ins Auge fassen sollten, die als Ziel von Militärschlägen in Frage kämen.
Wenngleich nicht an eine Invasion gedacht sei, würden einzelne Aktionen wie Luftangriffe nicht ausgeschlossen. Die Planungen hierfür würden gegenwärtig aktualisiert, schreibt das Blatt weiter. Der NATO-Partner Türkei habe bereits darüber berichtet, dass die USA sich auch auf die militärische Option vorbereiteten, hieß es im "Tagesspiegel". Im Kreis der amerikanischen Verbündeten werde übereinstimmend aber nicht damit gerechnet, dass Militärschläge in allernächster Zeit bevorstünden.
Vor einer Woche hatten sich diplomatische Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und des Iran darauf verständigt, dass die Europäische Union und Teheran ihre Bemühungen um die Wiederaufnahme von Atomverhandlungen im Jänner fortsetzen wollen. Die Regierung in Teheran bestätigte den Erhalt eines russischen Vorschlags, nach dem Russland für Iran Uran anreichern will.
Die EU will den Iran dazu bringen, ganz auf die Urananreicherung im eigenen Land zu verzichten. Im Gegenzug haben die Europäer Teheran ein umfassendes wirtschaftliches, technisches und politisches Kooperationsabkommen angeboten. Vor allem die USA befürchten, dass Teheran Nuklearprogramm zum Bau von Atombomben missbrauchen könnte.
Washington will sich nach Informationen des "Tagesspiegel" offenkundig nicht unabsehbar lange hinhalten lassen. Die militärische Option zu diesem Zeitpunkt in die Öffentlichkeit zu bringen, solle auch den Druck auf Teheran ein weiteres Mal erhöhen, hieß es weiter. (apa/red)
