Israelischer Hubschrauberangriff auf Gaza-Streifen: Mindestens 3 Raketen abgefeuert
- Bei Beschuss eines Fatah-Gebäudes keine Verletzten
·Alle Narkosemittel bei Sharon abgesetzt
Nun dauert es noch über einen Tag, bis er erwacht
·Sharon will Sperr- zone im Gaza-Streifen
Soll Raketenangriffe von Radikalen verhindern
·Israel: Sharon geht wieder an die Arbeit!
Der schwergewichtige Premier leitet Sitzung!
Die israelische Luftwaffe hat am Dienstag wieder Ziele im palästinensischen Gaza-Streifen angegriffen. Dort stürmten bewaffnete Palästinenser den Gouverneurssitz und zwei Verwaltungsgebäude in Beit Lahia und forderten Arbeitsplätze in den regulären Sicherheitsdiensten.
Israel will im nördlichen Gaza-Streifen eine Pufferzone einrichten, um den Beschuss von Grenzorten mit Kleinraketen durch palästinensische Extremisten zu unterbinden. Der israelische Rundfunk meldete am Dienstag, die Luftwaffe wolle Flugblätter über dem als "Sicherheitszone" geplanten Gebiet abwerfen. Die Einwohner sollten aufgerufen werden, innerhalb weniger Stunden ihre Wohnorte zu verlassen.
Israelische Kampfhubschrauber und Kampfjets griffen insgesamt sieben Ziele an, darunter zwei Büros der radikalen Fatah-Splittergruppe "Al-Aksa-Märtyrerbrigaden" in Gaza-Stadt. In den Räumen seien Raketenangriffe auf Israel geplant worden, sagte eine Sprecherin der israelischen Armee. Nach ersten Berichte wurde niemand verletzt. In Beit Lahia fiel der Strom aus. Auch mehrere Straßen und eine Brücke seien beschädigt worden. In einer gemeinsamen Erklärung kündigten radikale Palästinensergruppen Vergeltungsanschläge für die Luftangriffe an. Nach Angaben palästinensischer Sicherheitsbeamter richtete eine Rakete in einem Gebäude der Fatah-Partei von Präsident Mahmoud Abbas großen Schaden an.
Laut Augenzeugen drangen bis zu 30 Mitglieder der "Al-Aksa-Brigaden" in das Gouverneursgebäude ein und bezogen Stellungen auf dem Dach und an den Fenstern. Palästinensische Sicherheitskräfte riegelten das Gebäude ab. Fatah-Politiker bemühten sich um Vermittlung. Die "Al-Aksa-Brigaden" setzen sich aus fanatischen Elementen der Fatah-Bewegung von Präsident Abbas zusammen. Sie bestehen aus kleinen "Kampfeinheiten", die sich jeder Kontrolle durch zentrale Führungsinstanzen entziehen. Unter ihrem Namen traten sie als Drahtzieher von antiisraelischen Selbstmordanschlägen erstmals im Juni 2001 in Erscheinung. Immer wieder versuchen im Gaza-Streifen militante Gruppen, mit Gewalt Arbeitsplätze oder die Eingliederung in die offiziellen Sicherheitskräfte zu erzwingen.
Seit dem Abzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gaza-Streifen feuern militante Palästinenser verstärkt Raketen auf Israel ab. Die israelische Regierung plant deshalb eine Sperrzone im nördlichen Gaza-Streifen, die von Palästinensern nicht betreten werden darf. Auf jeden, der sich dort unerlaubt aufhält, soll künftig geschossen werden. Die palästinensische Polizei wurde aufgefordert, ihre Stellungen dort zu verlassen. Die palästinensischen Behörden haben dies jedoch abgelehnt und die Polizisten angewiesen, zu bleiben.
Der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz hatte die Streitkräfte in der vergangenen Woche angewiesen, sich auf eine neue Welle palästinensischer Gewalt vorzubereiten. Der palästinensische Sicherheitsapparat im Gaza-Streifen funktioniere nicht, betonte Mofaz laut Medienberichten bei einer Krisensitzung mit führenden Heeres- und Geheimdienstoffizieren. Es müsse mit verstärkten Angriffen bewaffneter Gruppen im Gaza-Streifen, insbesondere der Hamas, gerechnet werden.
(apa)
