Freitag, 30. Dezember 2005

Alle Infos zum EU-Vorsitz: Wiener Hofburg im Zentrum der Unions-Ratspräsidentschaft

  • Tagungen und Veranstaltungen in den Redoutensälen
  • Dreigeschoßiger Stahl-Glas-Zubau im Kesselhaushof

Die Redoutensäle der Wiener Hofburg rücken mit der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft wieder in den Mittelpunkt des internationalen Interesses. Sämtliche in Wien angesetzte informellen Ministertreffen, aber auch weitere Tagungen und Veranstaltungen finden in diesem Konferenzzentrum statt. Schon bei der Präsidentschaft 1998 tagten die EU-Gremien in der Hofburg.

Schlagzeilen machten die Redoutensäle vor allem 1992, als sie durch eine Brandkatastrophe zerstört wurden. Erst fünf Jahre später konnte der Wiederaufbau des großen und des kleinen Redoutensaals endgültig abgeschlossen werden. Um rund 72 Mio. Euro wurden nicht nur die Säle neu errichtet, sondern auch der Dachraum neu gestaltet und für die Errichtung eines Konferenzraums für rund 1.000 Personen genutzt. Der große Saal ist seitdem durch Wand- und Deckenbilder des Malers Josef Mikl geprägt.

Generalplaner der Restaurierung war Architekt Manfred Wehdorn, der nun einen weiteren Erweiterungsbau zum Konferenzzentrum der denkmalgeschützten Wiener Hofburg geschaffen hat: Im so genannten Kesselhaushof, an der Schnittstelle zwischen historischer Hofburg und dem Bauteil aus dem 19. Jahrhunderts am Heldenplatz, wurde kürzlich ein dreigeschoßiger Stahl-Glas-Zubau in Form eines liegenden Zylinders fertig.

Der laut Wehdorn "größte Wintergarten Österreichs", den er liebevoll auch "Glasroulade" nennt, kostete rund neun Mio. Euro netto. Er bietet zwei je 300 Quadratmeter große neue Festsäle und ermöglicht die barrierefreie Erschließung des Konferenzzentrums. Der Architekt erhielt im Juni 2004 den Zuschlag in einem EU-weiten Wettbewerb. Im März 2005 war Baubeginn, und vor wenigen Tagen wurde der Zubau dem Wirtschaftsministerium als Bauherrn übergeben.

Im Zuge der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 wird die Hofburg insgesamt 70 Mal zum Tagungsort. Den Anfang macht am 9. Jänner das Arbeitstreffen von Bundesregierung und EU-Kommission. Ab 12. Jänner werden dann die Minister für Justiz und Inneres am Josefsplatz für ihr informelles Treffen vorfahren. In unmittelbarer Nähe, nämlich in einigen Räumen der Nationalbibliothek, wurde ein Pressezentrum für bis zu 120 Medienvertreter eingerichtet. (apa)

30.12.2005 12:05