Schiffskollision auf der Donau: Kremser Bahnbrücke bleibt mehrere Monate gesperrt
- Beschädigter Pfeiler gesichert und abgestützt
- Ende Jänner sollen Sanierungsarbeiten anlaufen
Die Kremser Eisenbahnbrücke über die Donau bleibt nach dem Anprall eines DDSG-Schubschiffes an einen Pfeiler am 17. Dezember Monate lang gesperrt. Die - aufwändige und teure - Reparatur wird rund ein halbes Jahr dauern, in dieser Zeit wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Krems und Furth bzw. St. Pölten geführt.
Laut dem ORF Niederösterreich wurde das Brückenlager auf dem Pfeiler um mehr als einen Meter verschoben, und das Fundament bekam Risse ab. Wie ÖBB-NÖ-Sprecher Johann Rankl erläuterte, wurde der Pfeiler durch eine Steinschüttung gesichert und mit Beton abgestützt. Zur Überwachung dieser Maßnahme werden Sensoren angebracht.
Bis 4. Jänner sollen die Sanierungskonzepte der anbietenden Firmen samt Kostenschätzungen vorliegen und in der Folge umgehend geprüft werden. Die Reparatur kann technisch entweder an Ort und Stelle oder - laut Rankl die wahrscheinlichere Variante - an Land erfolgen. Dafür soll Ende Jänner laut Rankl mit dem "Ausschwimmen", d.h. Heben der Brückentragwerke begonnen werden. Die Reparaturkosten dürften in die Millionen gehen.
Die Sperre der Brücke bedeutet für die Bahnkunden Umstellungen: Da auf der Straße längere Fahrzeiten einzukalkulieren sind, fahren die Ersatzbusse zehn Minuten früher ab als bisher die Züge. Ab dem Ende der Weihnachtsferien werden die Fahrpläne auch auf den Schülerverkehr Rücksicht nehmen. Drei Busse pro Tag werden durchgehend von Krems bis St. Pölten geführt.
Das Frachtschiff "Ybbs" war mit rund 3.500 Tonnen Eisenerz und Sonnenblumenkernen beladen gewesen, als es am Samstag, dem 17. Dezember, um 5.00 Uhr früh zu der Kollision kam. Der stromaufwärts fahrende Schubverband rammte den Pfeiler mit der linken Seite. Der Kapitän erlitt einen Kreislaufkollaps und wurde ins Krankenhaus Krems eingeliefert, sonst wurde niemand vom Bordpersonal verletzt. Das Schiff, das am Bug beschädigt worden war, fuhr nach dem Unfall nach Linz weiter.
(apa/red)
