Österreicher verpulvern heuer 8 Mio. Euro: Anstieg bei Umsätzen mit Feuerwerkskörper
- 2004 gab es wegen Tsunami spürbare Einbußen
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Das neue Jahr mit lautem Krachen und bunten Farben am Himmel zu begrüßen, ist den Österreichern jährlich etwa acht Millionen Euro wert. So viel investieren sie laut Angaben der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Knaller und Raketen. Heuer rechnet die Branche wieder mit einem leichten Umsatzzuwachs, nachdem sie im vergangenen Jahr Einbußen um 20 Prozent hinnehmen musste, wie ein Großhändler der APA sagte.
"Viele werden Sylvester wieder ausgelassener feiern können, was Angesichts der Tsunamikatastrophe im Jahr 2004 nicht möglich war", meinte Kurt Lang, Geschäftsführer des Bundesgremium des Eisen- und Hartwarenhandels der WKÖ. Der Aufruf, lieber zu spenden, anstatt das Geld in Feuerwerkskörper zu investieren, habe 2004 zu einem spürbaren Rückgang bei Käufen durch Privat- wie Großabnehmer geführt. Von der weihnachtlich "Konsumfreude" der Österreicher erwarte er sich nun, dass bei Krachern in den rund 10.000 Verkaufsstellen wieder zugegriffen wird.
Nicht viel davon bemerkt hat bisher Werner Wolm vom gleichnamigen Pyrotechnikunternehmen in Vösendorf. "Das Geschäft läuft heuer zäh an, auch wenn die Wirtschaft gesund gebetet wird", meinte er zur APA. Im Schnitt habe er im vergangenen Jahr um 20 Prozent weniger Umsatz gemacht als zuvor. "In ländlichen, extrem dünn besiedelten Gebieten waren es sogar minus 70 Prozent", erklärte der Unternehmer. Dort sei der Spendenaufruf in Kirchen gepredigt worden.
Der Trend bei Feuerwerken geht laut WKÖ weg vom Knallkörper hin zu Lichteffekten. Ästhetik spielt bei dem feurigen Schauspiel eine immer größere Rolle. Vor allem in Richtung zeitlich aufeinander abgestimmte Effekte habe sich die Inszenierung am Nachthimmel entwickelt, so Lang. "Das ist natürlich schöner als ein paar explodierende Böller." Zeitlos aktuell seien alle Farben des Regenbogens: Kupfersalze als Substanzen in Raketen würden zum Beispiel azurblaue Färbungen und Kalzium ein Gelb-Rot bewirken. Eisen oder Kohle mache die Sache goldig, erklärte Jürgen Siegert, Fachhändler und stellvertretender Obmann des zuständigen WKÖ-Gremiums.
