"UrlaubsEuro" 2005 wieder mit Wertverlust:
Top-Reiseländer für Österreicher nun teurer
- Italien-Urlauber von Verteuerung am ehesten tangiert
- Preisvorteil in Urlaubsländern dennoch vorhanden
·Bis zu sieben Euro Eintritt in Kirchen
In Italien beginnen nun Proteste gegen Kommerz
·Italien: Einnahmen mit "Touristensteuer"
BILDER: Auch Rom plant Sonderbeiträge für Gäste
Die Österreicher erhalten in den beliebtesten Urlaubsländern im Durchschnitt nur mehr rund 20 Prozent mehr für ihren "UrlaubsEuro" als im Heimatland. Seit dem Winter 2004 hat sich der Wert abermals verringert: Im Jahresvergleich ist der "UrlaubsEuro" rund 4 Prozent zurückgegangen.
Bank-Austria-Ökonom Stefan Bruckbauer führt den Wertverlust des "UrlaubsEuro" jeweils zur Hälfte auf den schwächeren Euro und die höheren Preissteigerungen in den Urlaubsländern zurück. "Man kann auch sagen, der 'UrlaubsEuro' ist in Österreich mehr wert geworden."
Teurer Urlaub in der EU?
In Italien, dem nach wie vor beliebtesten Urlaubsland der Österreicher, habe sich die Tendenz hoher Preissteigerungen unvermindert fortgesetzt. Dies gelte vor allem auch für Bereiche, die für Touristen besonders wichtig sind. So seien die Preise für Hotels und Restaurants in Italien seit 1998 jährlich um 3,3 Prozent gestiegen (in Österreich um 2,5 Prozent) und die Preise für Lebensmittel jährlich um 2,1 Prozent (in Österreich um 1,4 Prozent). Auch in anderen beliebten Urlaubsdestinationen des Euroraums hat sich der "UrlaubsEuro" für die Österreicher erneut leicht verringert. In Kroatien und in der Türkei sei zur höheren Preissteigerung auch noch eine Aufwertung gegenüber dem Euro dazugekommen. "Die Aufwertung Kroatiens fiel dabei mit rund einem Prozent moderat aus, die Aufwertung der türkischen Lira mit 13 Prozent schon stärker", so Bruckbauer. Zudem weise die Türkei Preissteigerungsraten von derzeit 8 Prozent auf. Der "UrlaubsEuro" ist damit in der Türkei laut Bruckbauer rund ein Fünftel weniger wert als noch vor einem Jahr.
Schwacher Euro verteuert auch Fernreisen
Der schwächere Euro reduziert aber auch bei Fernreisen den Wert des "UrlaubsEuro". In den USA etwa ist er heuer nach Berechnungen Bruckbauers rund ein Zehntel weniger wert als vor einem Jahr. Aufgewertet habe der Euro gegenüber der Währung wichtiger Urlaubsländer lediglich im Fall Ungarns und der Schweiz, allerdings sei das im Fall Ungarns durch die höhere Inflation überkompensiert worden.
Preisvorteil nach wie vor gegeben
"Damit", so das Fazit Bruckbauers, "konnte der 'UrlaubsEuro 2005' in keinem wichtigen Urlaubsland der Österreicher an Wert gewinnen beziehungsweise ist der 'UrlaubsEuro' in Österreich gegenüber den wichtigen Auslandsdestinationen relativ mehr wert geworden." Trotz des Wertverlusts des "UrlaubsEuro" in den meisten Ländern sei der Preisvorteil, mit Ausnahme von Italien, in vielen Ländern aber weiter geblieben. In der Türkei etwa erhält man laut Bruckbauer noch immer rund 50 Prozent mehr für sein Geld als in Österreich. In Kroatien und in Ungarn sind es rund 40 Prozent, in Tschechien und Slowenien rund 30 Prozent. (APA/red)
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