Freitag, 23. Dezember 2005

UPC Telekabel kauft Web-Provider Inode: Kaufpreis soll bei rund 100 Mio. Euro liegen

  • Deal bereits seit Donnerstag unter Dach und Fach
  • Noch keine Stellungnahme seitens der Unternehmen

Der Kabel-TV- und Telekom-Anbieter UPC Telekabel soll den österreichischen Internetprovider Inode kaufen. Der Deal soll bereits am Donnerstag unter Dach und Fach gebracht und der Kaufvertrag am Freitag kurz nach 12 Uhr unterzeichnet worden sein. Der Kaufpreis soll sich laut Branchenkreisen um die 100 Mio. Euro bewegen.

Noch keine Stellungnahme
Weder UPC Telekabel noch Inode wollten zu den Gerüchten Stellung nehmen. "Wir kommentieren Gerüchte nicht", sagte Telekabel-Chef Thomas Hintze auf Anfrage der APA. Auch bei Inode gab man sich zugeknöpft. Das Unternehmen werde erst am Dienstag zu den Spekulationen Stellung nehmen, so eine Sprecherin. Ursprünglich hatte Inode ein Statement für Freitagnachmittag in Aussicht gestellt.

Fernsehgeschäft-Einstieg war für 2006 geplant
Grund für die Verzögerung sind börsenrechtliche Gründe. Die niederländische Telekabel-Mutter UPC Holding ist ebenso börsenotiert wie deren Mutterkonzern, der US-Telekom-Konzern Liberty Global. Inode bereitet als Konkurrenz zu UPC bereits seit einigen Monaten Kabelfernsehen vor. Mit 100 Testkunden in Wien und Graz wollte der Internetprovider nach letzten Meldungen von Oktober noch heuer starten, der große Einstieg ins Fernsehgeschäft sollte 2006 erfolgen.

Neue Kundenkreise für UPC
Mit einer Übernahme würde UPC aber nicht nur einen Konkurrenten aus dem Weg schaffen, sondern auch neue Kundenkreise erschließen. Während UPC vor allem in den großen Ballungsräumen wie etwa Wien tätig ist, hat Inode ein österreichweites Netzwerk, das Telekabel helfen könnte, um weiter zu wachsen. Mit 800 Mitarbeitern hat UPC Telekabel im Vorjahr 241 Mio. Euro umgesetzt. Im eigenen Netz hat das Unternehmen derzeit 150.000 Kunden im Festnetz, 261.000 im Internet und insgesamt 498.000 im Hauptgeschäft Kabel-TV. (APA/red)

23.12.2005 11:57