Schönborns Papst-Bilanz: ,Ein Genie

Das Jahr des Kirchenfürsten. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn im NEWS-Interview über seinen Freund Papst Benedikt XVI., den Zustand der heimischen Kirche nach Krenns Abgang & die Iran-Attacken auf Israel und die Juden.
Alles in allem war es ein gutes Jahr für Seine Eminenz: Die in einer US-Zeitung wohlplatzierte Kampfansage gegen den Neodarwinismus Stichwort: Intelligent Design statt Mensch als Zufallsprodukt der Evolution bescherte dem Wiener Kardinalerzbischof Christoph Schönborn weltweite Schlagzeilen. Durch die Wahl von Joseph Ratzinger wurde ein enger Schönborn-Freund zum 266. Nachfolger Petri erkoren für die Kirche Österreichs kein Nachteil. Und was die Lage in der Heimat betrifft, hat der 61-jährige Dominikanerkardinal alles unter Kontrolle: Die katholische Herde ist Schönborns ureigenes Verdienst befriedet; die konservativen Quertreiber haben mit dem Abgang von Kurt Krenn ihre Leitfigur verloren. Schönborn wird weltweit als ernst zu nehmender Kirchenmann geachtet.
NEWS: Herr Kardinal, was waren für Sie und die katholische Kirche die bedeutsamsten Ereignisse des vergangenen Jahres?
Schönborn: Ohne Zweifel waren das der Tod von Papst Johannes Paul II. und die Wahl von Papst Benedikt XVI. Die ganze Welt hat an diesen Ereignissen teilgenommen. Das war auch ein Hinweis darauf, welchen Stellenwert die Sehnsucht nach Gott in den Herzen der Menschen hat.
NEWS: Das langsame Sterben von Johannes Paul II. haben
Sie persönlich ja während einer Pilgerreise in Israel miterlebt. Jetzt wird, abweichend vom üblichen Procedere, im schnellen Verfahren seine Seligsprechung vorbereitet. Warum gerade in diesem Fall diese Eile?
Schönborn: Das Seligsprechungsverfahren für Johannes Paul II. wird genauso sorgfältig durchgeführt wie in anderen Fällen. Das haben alle kirchlichen Verantwortungsträger betont, die mit diesem Verfahren befasst sind auch der Krakauer Erzbischof und frühere Papstsekretär Stanislaw Dziwisz.
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