Freitag, 23. Dezember 2005

Sonntagsöffnung im Handel: Wiener VP-Chef Hahn für völlige Freigabe in der Stadt

  • Arbeitsruhe müsse nicht zwingend am Sonntag sein
  • Vilimsky ist empört: Wiener VP tritt "KMU mit Füßen"

In der laufenden Diskussion um die Ladenöffnungszeiten tritt der Wiener VP-Chef Johannes Hahn dafür ein, es Wiener Handelsbetrieben zu ermöglichen, auch am Sonntag offen zu halten. Es solle einen Tag geben, "an dem die Familie zusammenfindet, aber nicht zwingend am Sonntag", sagt Hahn. Kritik an Hahn kommt von FP-Landesparteisekretär Harald Vilimsky: Der VP-Politiker trete mit dem neuen Vorstoß die KMUs mit Füßen.

Bestimmte Zonen zu Tourismuszonen zu erklären und den dortigen Geschäften die Sonntagsöffnung zu erlauben, hält Hahn für eine "hatscherte Idee": "In einer Großstadt können Sie eine Tourismuszone nicht klar abgrenzen. Nach der Innenstadt kommt die Mariahilfer Straße und was ist dann mit deren Nebenstraßen? Nein, ich bin für eine völlige Freigabe." Profitieren würden nicht die Ketten, sondern "gerade Kleine", meint der Wiener VP-Chef in der Tageszeitung "Kurier".

Im vergangenen Juni war die Wiener VP noch nicht für die Sonntagsöffnung eingetreten. Auf dem Parteitag der Wiener VP hatte sich Hahn in Sachen Ladenöffnung für eine Freigabe von Montag bis Samstag mit einer Rahmenöffnungszeit von 80 Stunden ausgesprochen.

Vilimsky: Wiener VP "tritt KMU mit Füßen"
Der Landesparteisekretär der Wiener FPÖ, Harald Vilimsky, kritisiert den Wiener VP-Chef Johannes Hahn, weil dieser in Wien die Sonntagsöffnung zulassen möchte. "Gerade die Volkspartei, die sich ja immer als 'Anwalt der KMU' in den Mittelpunkt gespielt habe, trete nunmehr diese Wirtschaftsgruppe mit Füßen. Profitieren würden von der Sonntagsöffnung nämlich nur die großen Handelsketten", erklärt Vilimsky in einer Aussendung im Pressedienst seiner Partei.

Die ÖVP zeige sich mit dem Vorstoß als Vertreterin einer "neoliberalen Wirtschaftspolitik" und "Handlanger und Lobbyist der internationalen Großkapitalisten". Sie habe damit "jedes Recht verloren, sich als Interessensvertreter der Familien zu bezeichnen". (apa/red)

23.12.2005 18:50