Rechnungshof: Manager-Einkommen bei ÖIAG und ÖBB 2004 sind stark gestiegen!
- Seit 2000: 12 Prozent mehr Vorstandsposten
- Mitarbeiterzahl hingegen auf 173.306 gesunken
Die Zahl der staatlichen und staatsnahen Unternehmen ist - trotz des schwarz-blauen Privatisierungskurses - seit 2000 gestiegen. Auch die Zahl der Vorstandsmitglieder ist in den vergangenen fünf Jahren um zwölf Prozent gewachsen, die Zahl der Mitarbeiter insgesamt ist dagegen um über acht Prozent zurückgegangen. Besonders stark gestiegen sind laut dem Einkommensbericht des Rechnungshofes Vorstands-Einkommen in ÖIAG und ÖBB.
Der Rechnungshof erstellt alle zwei Jahre einen Einkommensbericht für die Unternehmen im Einflussbereich des Bundes. Dabei wird unter anderem die Zahl der Vorstands- bzw. Geschäftsführungsposten erhoben sowie die durchschnittlichen Zahlungen an die Manager aufgelistet. Dieses Einkommen ist allerdings nicht mit dem eigentlichen Gehalt gleichzusetzen, sondern beinhaltet auch Sozial- und Sachleistungen (z.B. Dienstwagen) sowie Zusatzpensionen.
Besonders stark zugelegt haben demnach die Manager-Einkommen bei der staatlichen Industrieholding ÖIAG sowie bei den ÖBB. Die ÖIAG gab 2003 für ihre zwei Vorstandsmitglieder durchschnittlich je 462.800 Euro aus, im Jahr darauf waren es 725.500. Das entspricht einer Steigerung um fast 57 Prozent. Um über 50 Prozent haben auch die Zahlungen für die damals vier Vorstände der Bundesbahn zugelegt: Von 379.100 auf 578.000 Euro. Abfertigungen gab es 2003 und 2004 nicht.
Ein leichtes Plus gab es im Vorjahr auch für die drei Verbund-Manager (von 507.100 auf 515.000 Euro), für die vier AUA-Vorstände gab es dagegen im Durchschnitt ein deutliches Minus von 24 Prozent (von 657.900 auf 498.600 Euro). Ein beachtliches Plus steht dagegen vor dem durchschnittlichen Vorstands-Einkommen bei der Kärntner Elektrizitätsgesellschaft Kelag, das von 244.900 auf 361.300 Euro zulegte. Damit stiegen die Zahlungen immerhin um 47,5 Prozent.
Die Nationalbank gab für ihre vier Geschäftsführer laut Rechnungshof im Vorjahr durchschnittlich je 257.500 aus. Beim ORF hat das durchschnittliche Gehalt für die 16 Geschäftsführer leicht auf 229.900 Euro zugelegt.
Das durchschnittliche Vorstandseinkommen in den 305 staatlichen und staatsnahen Unternehmen, die der Rechnungshof-Kontrolle unterliegen, machte 2004 128.400 Euro aus. Zum Vergleich: Der Bundeskanzler kam im Vorjahr auf 265.100 Euro brutto Jahresgage. Vergleichsweise gering die Einkommen der "einfachen" Mitarbeiter: Im Durchschnitt kamen die 173.306 Arbeiter, Angestellten und Lehrlinge in der staatsnahen Wirtschaft im Vorjahr auf 37.500 Euro. (apa)
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