"Dies ist historischer Moment": IWF erlässt
19 der 20 ärmsten Länder alle Schulden
- Mauretanien könnte bald als 20. Staat nachfolgen
- Auch Weltbank will bald über Schuldenerlass beraten
Der Internationale Währungsfonds wird 19 der 20 ärmsten Länder der Welt mit 1. Jänner deren gesamte Schulden erlassen. Das beschlossen die Exekutivdirektoren des IWF am Mittwoch in Washington. Mauretanien muss noch nachweisen, dass die eingesparten Gelder tatsächlich in die Armutsbekämpfung fließen werden. "Dies ist ein historischer Moment", sagte IWF-Sprecher Tom Dawson.
Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte das Ergebnis. "Der nächste Schritt ist der Schuldenerlass für mehr als 60 Länder, die die Mittel auch dringend zur Armutsbekämpfung brauchen", sagte Sprecher Max Lawson. Den IWF kostet der jetzt beschlossene Schuldenerlass rund 3,3 Milliarden Dollar (2,78 Mrd. Euro).
Auch die Weltbank und die afrikanische Entwicklungsbank wollen noch in diesem Jahr über einen Schuldenerlass entscheiden. Die in Frage kommenden Länder stehen bei der Weltbank mit rund 38 Milliarden Dollar in der Kreide. Die reichen Länder versprachen bei der Jahrestagung von IWF und Weltbank im September in Washington, die ausfallenden Beträge Dollar für Dollar zu ersetzen.
Den Anstoß für die umfangreiche Entschuldungsinitiative gaben die reichsten Länder der Welt und Russland bei ihrem G8-Gipfeltreffen im Juli in Schottland. Damit soll das vor fünf Jahren angepeilte Ziel der Vereinten Nationen, die Armut weltweit bis 2015 zu halbieren, realisiert werden.
Die in Frage kommenden Länder hatten bereits im Rahmen der Entschuldungsinitiative "HIPC" (Heavily Indebted Poor Countries/Hoch Verschuldete Arme Länder) Schuldennachlässe erhalten. Dafür mussten sie eine gute makroökonomische Politik und Programme zur Armutsfinanzierung vorweisen. 20 weitere Länder können sich in den kommenden Monaten ebenfalls für den Schuldenerlass qualifizieren. Von der Initiative sind bilaterale Schulden ausgenommen.
(apa)
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