Mittwoch, 21. Dezember 2005

Deutsche Liga nicht mehr bei Premiere: Aktie verliert nach Scheitern 38 Prozent!

  • Fall auf Rekordtief - Pay-TV-Kanal vor Zerreißprobe
  • Zusammenfassungen bleiben weiterhin im Free-TV

Nach dem Verlust der Bundesliga Pay-TV-Rechte ist die Aktie des Abo-Senders Premiere zeitweilig um fast 40 Prozent eingebrochen. Das Papier fiel kurz nach der Entscheidung auf das Rekordtief von 14,50 Euro. Die Pay-TV-Rechte für die kommenden drei Jahre erhielt ein Konsortium um Kabel Deutschland, der bisherige Partner Premiere ging leer aus.

Die Bundesliga-Übertragungen waren bisher einer der wichtigsten Pfeiler für das Geschäft von Premiere. Zuletzt hatte der Bezahlsender 3,4 Millionen Abonnenten.

"Mit dieser Entscheidung ist Premiere vor eine gravierende Zerreißprobe gestellt", sagte Analyst Christian Schindler von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP). Es sei nun schwierig einzuschätzen, wie der faire Wert der Aktien sei. So gebe es etwa keine genauen Angaben darüber, wie viele Kunden durch den Verlust der Rechte verloren gingen. "In jedem Fall wird es zu einer Neubewertung kommen".

Ein Medien-Analyst sprach von einem "schweren Schlag für das Prestige von Premiere". Die Zahl der Abonnenten dürfte "drastisch zurückgehen". Frankfurter Händler sprachen von einer "sehr schlechten Nachricht" oder gar einem "Desaster" für Premiere.

Zusammenfassung bleibt im Free-TV
Die Fußballfans können auch in den kommenden drei Jahren die Zusammenfassung der deutschen Bundesliga am Samstag in der "Sportschau" sehen. Der Ligaverband vergab die wichtigsten Free-TV-Rechte am Mittwoch erneut an die ARD. Die Pay-TV-Rechte erhält ein Konsortium von Kabelnetzbetreibern mit dem Namen Arena, der bisherige Partner Premiere ging hingegen leer aus. Neu im Spielplan ist die Wiedereinführung eines Spiels der 1. Liga am Freitag. Das gab der DFL-Vorsitzende Werner Hackmann am Mittwoch bekannt.

Insgesamt 1,26 Milliarden Euro kassieren die 1. und 2. Bundesliga in drei Jahren. Laut Hackmann sind dies rund 420 Millionen Euro pro Jahr. Die bisherigen Einnahmen aus der Vermarktung der so genannten audiovisuellen Verwertungsrechte lagen bei 300 Millionen pro Saison. Außer der "Sportschau" in der ARD werden die Bundesligaspiele auch weiterhin im ZDF-"Sportstudio" und im Deutschen Sportfernsehen (DSF) gezeigt.

Die Rechteverteilung ab der Saison 2006/07:
Bundesliga:
Freitag: Livespiel Arena (20.30 Uhr)
Samstag: Livespiele und Konferenz Arena (15.30 Uhr)
Erstverwertung Free-TV ARD (18.30 Uhr)
Zweitverwertung Free-TV ZDF (22.00 Uhr)
Sonntag: Livespiele Arena (17.00 Uhr)
Erstverwertung Free-TV DSF (22.00 Uhr)

2. Bundesliga:
Freitag: Livespiele Arena (18.00 Uhr)
Free-TV DSF (22.00 Uhr)
Sonntag: Livespiele Arena (14.00 Uhr)
Free-TV DSF (19.30 Uhr)
Montag: Livespiel DSF (20.15 Uhr)


(apa/red)

21.12.2005 14:13