Spendenfreudig wie noch nie zuvor: 32 Mio. Euro für Tsunami-Hilfe von Nachbar in Not
- Insgesamt 44 Mio Euro für Katastrophen gegeben
·2005 war teuerstes Katastrophenjahr!
225 Mrd. Dollar Schäden - nur 80 Mrd. versichert
·Österreicher zeigen sich wieder spendabel
Heuer weniger Spender, aber dafür mehr Geld
·Absetzbarkeit von Spenden soll kommen
Arbeitsgruppe einigt sich auf einen Kompromiss
32 Millionen Euro haben die Österreicher seit der verheerenden Flutkatastrophe am 26. Dezember 2004 für die Tsunami-Hilfe von "Nachbar in Not" gespendet. Das gab Michael Opriesnig vom Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) und Vorstandsvorsitzender von Nachbar in Not, bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt. "Noch nie zuvor wurde innerhalb kurzer Zeit so viel Geld für eine Katastrophe im Ausland gespendet", sagte Jörg Ruminak vom ORF-Humanitarian-Broadcasting.
Insgesamt war die Spendenfreudigkeit der Österreicher in diesem "Jahr der Katastrophen" größer als je zuvor. Opriesnig: "44 Millionen Euro wurden zwischen August 2004 und Dezember 2005 an Nachbar in Not gespendet." Neben der Tsunami-Hilfe gingen rund sechs Millionen Euro für die Aktion "Österreich hilft Darfur" ein, weitere 600.000 kamen den Betroffenen der Hochwasserkatastrophe in Rumänien und Bulgarien zu Gute und für die Opfer der Erdbeben-Katastrophe in Pakistan und Indien wurden seit Ende Oktober dieses Jahres auch bereits wieder 5,2 Millionen Euro gesammelt. Opriesnig: "Damit konnte man wirklich nicht rechnen."
Fast das ganze Tsunami-Geld bereits verplant
Rund 30 Millionen Euro sind bereits für die diversen Hilfsprojekte in Südostasien nach der Tsunami-Katastrophe verplant. Zwei Millionen sind also als "Polster" noch verfügbar. Laut Opriesnig sind alle laufenden Projekte fertig finanziert. Projekte, die mitunter noch mindestens bis 2007 laufen werden wie die Trinkwasseraufbereitung in Gebieten in Indonesien oder die für Ende 2006 geplante Fertigstellung eines Krankenhauses in Banda Aceh (Indonesien). Der Spatenstich dazu war erst vergangene Woche erfolgt.
Ein Drittel der Gelder waren, so Christoph Petrik-Schweifer von der Caritas Österreich und Vorstandsmitglied von Nachbar in Not, in die erste Phase nach der Katastrophe geflossen, in die Soforthilfe. "Zwei Drittel verwenden wir für den Wiederaufbau. Wobei Wiederaufbau viel mehr ist, als Häuser zu errichten. Langfristiger Wiederaufbau heißt: Schulen, Straßennetze und Infrastruktur in Stand zu setzen und den Menschen eine neue Lebensgrundlage schaffen."
Opriesnig erinnerte auch daran, dass es auch zu Weihnachten 2004 in Bam (Iran) zu einer Erdbeben-Katastrophe gekommen war, "und dass viele Helfer, die jetzt in Pakistan Wasser aufbereiten, auch in Bam und in Südostasien im Einsatz waren". Personell sei man am Plafond angekommen, so Opriesnig. "Für diese Menschen bleibt ganz besonders zu hoffen, dass es dieses Mal ruhige und friedliche Weihnachten werden."
(apa)
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