Freitag, 23. Dezember 2005

Trotz Ausstieg von Sponsor Vodafone: Laut Todt finanziell rosige Zukunft für Ferraru

  • "Maximale Einkünfte in nächsten sieben Jahren"
  • Schumacher soll Ferrari wieder an die Spitze bringen

Auch nach dem beschlossenen Ausstieg des Sponsors Vodafone Ende 2006 steuert der italienische Formel-1- Rennstall Ferrari nach Meinung seines Generaldirektors Jean Todt in eine finanziell rosige Zukunft. "In den nächsten sieben Jahren werden wir, wie wir glauben, die maximal möglichen Einkünfte haben", sagte der Franzose der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe).

"So viel hatten wir in der Vergangenheit nie", behauptete der Chef von Rekordweltmeister Michael Schumacher. In der Vergangenheit waren immer wieder Spekulationen aufgekommen, Ferraris finanzielle Hochzeiten seien vorbei. Partner Vodafone unterstützt ab 2007 den Ferrari-Konkurrenten McLaren-Mercedes, der durch den neuen Sponsor auch die Verpflichtung des Weltmeisters Fernando Alonso von Renault ab der übernächsten Saison ermöglichte.

Dass Vodafone in einem Jahr bei Ferrari aus- und bei McLaren- Mercedes einsteigt, hängt mit einem erweiterten Engagement des Tabakkonzerns Philip Morris zusammen. "Es ist ein größeres Abkommen. Das ist der Grund, warum wir Vodafone nicht so viel bieten konnten", erklärte Todt. Zahlen wollte der Ferrari-Generaldirektor nicht nennen. Doch trotz des seit dem 1. August in der Europäischen Union geltenden Tabakwerbeverbotes bezahlt der Tabakkonzern offensichtlich mehr Geld an den Rennstall als bisher. Angeblich solle die Summe von 65 Millionen Dollar pro Jahr auf 90 Millionen Dollar steigen, mutmaßte die FAZ.

Zudem kann Ferrari den Vodafone-Verlust mit der frühen Unterschrift unter das von 2008 bis 2012 geltende Concorde Agreement kompensieren. Angeblich soll die Scuderia nur für die Unterzeichnung des Vertrages, der die Beziehungen zwischen Teams, dem Internationalen Automobil-Verband FIA und Rechtevermarkter regelt, 100 Millionen Dollar erhalten haben. "Das ist ein besseres Stück des Kuchens", sagte Todt.

In Red Bull Racing, der Scuderia Toro Rosso, Midland F1 und Williams folgten vier weitere Rennställe dem Ferrari-Kurs und einigten sich mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone. Auf der Gegenseite hat sich die Herstellervereinigung GPMA mit BMW, DaimlerChrysler (Mercedes), Honda, Toyota und Renault positioniert und droht, ab 2008 mit einer eigenen Rennserie an den Start zu gehen.

Ecclestone lockt unterdessen angeblich mit dem Angebot, statt der bisherigen 47 Prozent nur aus den TV-Einnahmen demnächst 60 Prozent der gesamten Einkünfte an die Teams weiter zu geben. Laut FAZ soll Ferrari aber allein auf Grund seiner Sonderstellung 65 Millionen Dollar pro Jahr bekommen, noch bevor sich nur ein Rad dreht.

Bei dem Versuch, auf den Formel-1-Thron zurückzukehren, baut Todt auf den Ehrgeiz seines Starpiloten Michael Schumacher, der in der kommenden Saison den Brasilianer Felipe Massa an seiner Seite haben wird. "Michael war in diesem Jahr frustriert, weil er nicht gewinnen konnte. Deshalb ist er mehr motiviert als jemals zuvor", sagte Todt.

(apa/red)

23.12.2005 12:16
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