Pokal-Achtelfinale in Deutschland: Macho mit Kaiserslautern out - '60 München weiter!
- "Löwen" werfen Freiburbg mit Iberstberger raus!
- "Teufel" scheiden im Elferschießen gegen Mainz aus
·DFB-Pokal: Sensation am Millerntor blieb aus
Glücklicher Bayern-Sieg gegen starkes St. Pauli
Mit Glück und Geschick hat am Dienstagabend der TSV 1860 München den SC Freiburg im Zweitliga-Duell aus dem deutschen Fußball-Cup geworfen und Trainer Volker Finke die Freude über die Vertragsverlängerung verdorben. Mit einem Tor in der Nachspielzeit rettete Jiayi Shao die bis dahin harmlosen "Löwen" in die Verlängerung, ehe Paul Agostino (96.) und Remo Meyer (106.) mit ihren Treffern den Münchnern den 3:1 (1:1, 0:0)-Erfolg bescherten.
Vor 13.000 Zuschauer im badenova-Stadion hatten sich die über weite Strecken hoch überlegenen Freiburger, bei denen Andreas Ibertsberger duchspielte, nach der hochverdienten Führung durch Wilfried Sanou (77.) schon zum vierten Mal in sechs Jahren im Viertelfinale gesehen. "Das Spiel war eigentlich schon zu Hause. Die Enttäuschung ist riesengroß", betonte Finke nach dem Cup-Aus der heimstärksten Zweitliga-Mannschaft. Bei 1860, das auswärtsstärkste Team der Liga, fehlte Harald Cerny.
Neben den "Löwen" zog auch Arminia Bielefeld ins Viertelfinale ein. Auch ohne die kurzfristig ausgefallenen Torjäger Sibusiso Zuma und Isaac Boakye verabschiedete sich der Tabellen-Elfte der Bundesliga am Dienstagabend mit dem 2:0 (2:0) gegen den Zweitligisten SpVgg Unterhaching standesgemäß in die Winterpause. Tore von Marcio Borges (7.) und Radomir Dalovic (25.) gaben vor 11.720 Zuschauern in der SchücoArena den Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften wieder. Außer dem Spiel verloren die Gäste auch noch Kapitän Necat Aygün, der in der 39. Minute wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah.
Macho ausgeschieden - Protest wird überlegt
ÖFB-Teamtormann Jürgen Macho schied mit dem 1. FC Kaiserslautern aus. Die Lauterer unterlagen dem FSV Mainz 05 3:4 nach Elfmeterschießen, nach 90 bzw. 120 Minuten war es 1:1 (1:0) gestanden. Nachdem der 17- jährige Lauterer Daniel Halfar seinen Elfmeter verschossen hatte, traf Petr Ruman zum 4:3 für die Gäste.
Vor 36.689 Zuschauern war der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga durch ein Kopfballtor von Marco Engelhardt (29.) verdient in Führung gegangen, ehe die in Hälfte zwei mächtig aufdrehenden Mainzer durch Antonio da Silva (62.) zum Ausgleich kamen. In der 97. Minute sah der Lauterer Ervin Skela wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.
FCK-Keeper Macho, der ein großer Rückhalt für seine Elf war, hielt im Elferschießen den Penalty von Mainz-Verteidiger Demirtas und bescherte damit seinem Team einen 2:0-Vorsprung. Doch da auf Seiten der Hausherren Zandi und Altintop verschossen, kamen die Mainzer noch einmal zurück und zogen nach 1965 und 1999 zum dritten Mal ins Cup-Viertelfinale ein.
Kaiserslautern will das Ausscheiden aber nicht widerspruchslos hinnehmen und erwägt einen Einspruch gegen die Wertung des mit 3:4 im Elferschießen verlorenen Achtelfinalspiels. Der Grund: Der dritte Penalty von Ferydoon Zandi war nicht als Tor anerkannt worden, obwohl der Ball nach den Fernsehbildern die Torlinie in vollem Umfang überschritten hatte.
"Wir werden überlegen, ob wir Rechtsmittel gegen die eindeutige Benachteiligung einlegen", sagte Rene C. Jäggi, Chef des Klubs des Wiener Goalies Jürgen Macho. Am Donnerstag werden die Lauterer über ihre Vorgehensweise entscheiden. "Für einen Einspruch haben wir 48 Stunden Zeit, die wir durch Beratung mit verschiedenen Sportjuristen nutzen wollen."
FCK-Trainer Wolfgang Wolf war nach der Partie rasend vor Wut und vor Empörung kaum zu stoppen. "Das war eine große Sauerei und hat es meines Wissens in der ganzen DFB-Pokal-Geschichte noch nicht gegeben", wetterte Wolf und machte seinem Ärger im Fernseh-Studio und bei der Pressekonferenz lauthals Luft.
Zielscheibe von Wolfs Unmut war das Schiedsrichter-Gespann um Referee Michael Weiner. "Das müssen die doch sehen, dass der Ball drin war. Es wäre das 3:0 gewesen und wir wären, glaube ich, in der nächsten Runde gewesen", sagte Wolf, der den Unparteiischen jedoch keine Absicht unterstellen wollte. Wolf: "Ich kann auch verlieren, muss mich aber fragen, wohin die geschaut haben. Sie haben geschlafen und einen verdammt schlechten Job gemacht." Als er die Schiedsrichter-Kabine aufgesucht habe, um seine Bedenken "in aller Sachlichkeit" darzulegen, sei er nur "auf Arroganz" gestoßen, berichtete der 48-Jährige.
Wolf witterte weitere Fälle von Benachteiligung. So sei dem Mainzer Ausgleich durch Antonio da Silvas Freistoß kein Foul von Marcelo Pletsch vorausgegangen, dem Mainzer Manuel Friedrich ein Handspiel im eigenen Strafraum unterlaufen, und auch die Gelb-Rote Karte für Ervin Skela sei diskutabel.
Als sich seine Wut gelegt hatte, ging Wolf in die Trotzphase über. "Wenn der Pendel der Ungerechtigkeiten wieder 'mal zu unseren Gunsten ausschlägt, dann können wir die Klasse erhalten. Wir haben heute gesehen, dass hier wieder was zusammenwächst. Ich bin stolz auf meine Mannschaft", sagte Wolf, der mit dem Tabellenletzten nach der Winterpause mit Verstärkungen "wieder angreifen" will. Keinen Vorwurf machte Wolf den Elfmeter-Fehlschützen: Dem 17-jährigen Daniel Halfar und Top-Torjäger Halil Altintop. Macho hatte den zweiten Elfer der Mainzer durch Demirtas pariert und seiner Mannschaft damit einen 2:0-Vorsprung beschert.
(apa/red)
