Susanne Osthoff hat den Irak verlassen: Ziel der freigelassenen Geisel noch unklar
- Bisher keinen Kontakt zu Familie aufgenommen
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Die am Sonntag aus der Geiselhaft freigelassene deutsche Archäologin Susanne Osthoff hat den Irak inzwischen verlassen. Das bestätigte am Mittwoch in Berlin das Auswärtige Amt. Sie wolle ihrem Wunsch entsprechend fernab der Öffentlichkeit zunächst einige Tage mit ihrer Tochter verbringen.
Wohin die 43-Jährige ausreiste, blieb unklar. Der deutsche Außenminister Steinmeier (SPD) dankte dem Krisenstab am Mittwoch für die "professionelle Arbeit" in dem Entführungsfall. Die Deutsche war nach rund dreiwöchiger Geiselhaft vor drei Tagen freigelassen worden. Seitdem befand sie sich in der Obhut der deutschen Botschaft in Bagdad.
Susanne Osthoff lebt seit Jahren im Irak und engagiert sich für den Erhalt irakischer Kulturstätten. Während des Krieges 2003 brachte sie in Deutschland gesammelte Medikamente in das Land. Sie hat noch keinen Kontakt zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern aufgenommen. Das sagte die Schwester Anja Osthoff am Mittwoch dem Bayerischen Rundfunk.
Deutsche Unterhändler hatten nach Informationen der Hamburger Illustrierten "stern" schon wesentlich länger Kontakt zu den Entführern von Susanne Osthoff als offiziell angegeben. Die Unterhändler seien über Vermittler aus dem Stamm der Duleimi bereits seit zwei Wochen mit den Geiselnehmern in Verbindung gestanden, berichtete der "stern" am Mittwoch ohne Angaben von Quellen. Auch die Entführer gehörten diesem im Westirak lebenden Stamm an. Trotz der politischen Forderungen der Entführer sei es diesen letztlich nur um Lösegeld gegangen. Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) habe bereits am 11. Dezember gewusst, dass Osthoff am Leben war und bald freigelassen würde. Dass sie erst am 18. Dezember freigelassen worden sei, liege vermutlich an der irakischen Parlamentswahl.
(apa/red)
