Ein Jahr nach der Riesenwelle: Menschen in aller Welt gedachten der Opfer des Tsunami
- Flutwelle eine der größten Katastrophen aller Zeiten
230.000 Menschen getötet, darunter 86 Österreicher - Zehntausende trauern um Angehörige und Freunde
Die BILDER der Gedenkfeiern und der Verwüstungen!
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Trauerfeiern ein Jahr nach der Horror-Flut
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der Horrorkatastrophe
Erste Meldungen sprachen
von "nur" neun Toten!
Mit Gedenkveranstaltungen und Gottesdiensten haben am Montag zehntausende Menschen auf aller Welt an die Opfer der Tsunami-Katastrophe vor einem Jahr erinnert. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono gab um 8.16 Uhr Ortszeit (2.16 Uhr MEZ) in Banda Aceh mit einer Sirene das Signal für eine Schweigeminute. Die Menschen hielten zu dem Zeitpunkt inne, zu dem die zehn Meter hohe Riesenwelle am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 die Küste erreichte.
Aceh war zuerst betroffen, da die Provinz dem Epizentrum des Seebebens der Stärke neun im Indischen Ozean am nächsten lag. Die Naturkatastrophe kostete mindestens 216.000 Menschen das Leben, darunter auch 86 Österreicher.
An der Zeremonie in Banda Aceh nahmen neben Überlebenden und Angehörigen der Opfer auch ausländische Würdenträger und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen teil. Yudhoyono erinnerte an den Moment, "als Mutter Erde ihre zerstörerischste Kraft auf uns losließ". Die Sirene, die er in Gang setzte, ist Teil eines Warnsystems, das im vergangenen Jahr noch nicht existierte. Später verstreute der Präsident Blütenblätter über einem Massengrab, in dem in den Tagen nach der Katastrophe 47.000 Menschen beigesetzt wurden.
Annan: "Schwierigkeiten, ihn ganz zu begreifen"
UN-Generalsekretär Kofi Annan erklärte in einer Videobotschaft, der Tsunami sei "so brutal, so schnell, so gewaltig gewesen, dass wir immer noch Schwierigkeiten haben, ihn ganz zu begreifen". Der frühere US-Präsident Bill Clinton, heute UN-Botschafter für die Bewältigung der Tsunami-Folgen, versicherte den Betroffenen: "Sie sollen wissen, dass ich nicht zufrieden sein werde, bis Sie anständige Häuser und Arbeitsmöglichkeiten haben."
Im Dorf Peraliya in Sri Lanka, wo der Tsunami einen Zug mit 2.000 Passagieren von den Gleisen riss, gedachten Präsident Mahinda Rajapakse und zahlreiche weitere Menschen der mehr als 31.000 Toten auf der Insel. Nach zwei Schweigeminuten um 9.30 Uhr (4.30 Uhr) enthüllte Rajapakse ein Denkmal für die Opfer.
Kritik bei Gedenkzeremonie in Thailand
Auch in Thailand nahmen tausende Menschen an Gedenkzeremonien teil. Die Feiern dort stießen auch auf Kritik: Das Geld dafür hätte besser den von der Katastrophe betroffenen Menschen zu Gute kommen sollen, hieß es.
Bilanz in Aceh und Sri Lanka gemischt
In Aceh und in Sri Lanka zogen die Behörden derweil eine gemischte Bilanz der Wiederaufbauarbeiten und den Auswirkungen des Tsunamis auf den regionalen Friedensprozess. In Aceh kam es infolge der Katastrophe zumindest zu einem Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Separatisten. In Sri Lanka hingegen löste der Kampf um die Verteilung von Hilfsgütern neue Konflikte zwischen der Regierung und den Befreiungstigern von Tamil Eelam aus. Nach Angaben der Behörden in Aceh fanden bislang nur 20 Prozent der seit einem Jahr Obdachlosen ein neues Zuhause. Auch seien die Spuren der Verwüstung noch überall gegenwärtig.
Bush sagt südostasiatischen Staaten weitere Hilfe zu
US-Präsident George W. Bush hat am Jahrestag der Tsunami-Katastrophe den betroffenen Ländern weitere Unterstützung zugesagt. Die USA blieben dem Ziel verpflichtet, den Menschen zu helfen, ihre wirtschaftlichen Grundlagen, "ihre Gemeinschaften und Leben wieder aufzubauen", erklärte Bush am Montag. "In dieser Zeit des Gedenkens sind die Gedanken und die Gebete des amerikanischen Volkes bei denen, die in dieser Tragödie gelitten haben", versicherte der Präsident.
Zugleich betonte Bush, die USA seien stolz auf die bereits geleistete Hilfe, auf die "Anstrengungen unserer Streitkräfte, Hilfsorganisationen und Freiwilligen, die Beträge geleistet haben". Die früheren US-Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush senior hatten sich an die Spitze von Initiativen gestellt, in denen Geldmittel für Tsunami-Opfer gesammelt wurden. Bush übermittelte seine Botschaft vom Präsidentensitz Camp David, wo er derzeit die Weihnachtsfeiertage verbringt.
(apa/red)
