Verwirrung im Atom-Streit: Teheran
dementiert russisches Kompromiss-Angebot
- "Haben keinen konkreten Vorschlag erhalten"
- Moskau wollte Urananreicherung für Iran übernehmen
Bei den Bemühungen um eine Lösung des Atomstreits mit dem Iran hat die Regierung in Teheran nach eigenen Angaben bisher noch keinen Kompromissvorschlag aus Moskau erhalten. "Wir haben keinen konkreten Vorschlag aus Russland erhalten", erklärte Außenamtssprecher Hamid-Reza Assefi am Sonntag in Teheran zu Berichten, wonach Moskau Iran die Anreicherung von Uran in Russland anbieten will.
Er bekräftige allerdings, jeder Plan werde geprüft, der das Recht des Iran auf Urananreicherung auf eigenem Boden anerkenne. EU- Diplomaten zufolge kommt dieser Standpunkt einer Ablehnung des russischen Plans gleich. Die Regierung in Moskau hatte am Samstag ihre Bereitschaft betont, die umstrittene Uran-Anreicherung für den Iran zu übernehmen.
Nach Angaben des Außenministeriums in Moskau hatte Russland Iran am Samstag eine entsprechende Note übermittelt. Mit dem Vorschlag will Russland den Streit um das iranische Atomprogramm lösen. Dieser sieht die gemeinsame Urananreicherung in Russland vor.
Der Sprecher betonte, das Ziel des Iran sei es, das Recht auf Urananreicherung zu erhalten. "Natürlich sind wir bereit, Garantien dafür zu geben, dass wir nicht von unserem friedlichen Nuklear- Aktivitäten abweichen werden." Er fügte hinzu, dass sein Land es für das beste halte, wenn ein internationales Konsortium die Urananreicherung im Iran übernehme.
Assefi sagte zudem, dass für die Fortsetzung der Gespräche mit der Europäischen Union zur Lösung des Atomstreits der 18. Jänner in Frage komme.
(apa)
