Papst spendete Weihnachtssegen "Urbi et Orbi": Aufruf zu einer "neuen Weltordnung"
- Zehntausende verfolgten Weihnachtsbotschaft in Rom
Papst dankte für Friedenslicht aus Oberösterreich - PLUS: BILDER von Benedikts Messe und Segnung
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Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag zum ersten Mal den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) gespendet. Zehntausende Menschen verfolgten auf dem Petersplatz, wie der Papst auf den Balkon des Petersdomes trat, seine Weihnachtsbotschaft verkündete und den Segen sprach. Auf der Loggia hatte sich der neue Papst im April zum ersten Mal dem Volk gezeigt, nachdem die Kardinäle den deutschen Kardinal Joseph Ratzinger nach einem kurzen Konklave zum Nachfolger des verstorbenen Johannes Paul II. gewählt hatten.
In seiner Botschaft rief der neue Papst die Menschen auf, ihr Leben für den Glauben zu öffnen. Zwar habe es vor allem in den vergangenen Jahrhunderten enorme technologische und wissenschaftliche Fortschritte gegeben. "Der Mensch des technologischen Zeitalters ist jedoch in Gefahr, Opfer ebendieser Erfolge seiner Intelligenz und der Ergebnisse seiner Handlungsfähigkeit zu sein, wenn er sich auf eine geistliche Atrophie, auf eine Leere des Herzens zubewegt", sagte der Papst.
In seiner Weihnachtsbotschaft in Rom hat der Papst zu einer "neuen Weltordnung" des Friedens und der Gerechtigkeit aufgerufen. Die christliche Botschaft der Nächstenliebe könne dem Menschen die Kraft geben, sich "für den Aufbau einer neuen Weltordnung einzusetzen, die auf gerechte ethische und wirtschaftliche Beziehungen gegründet ist", sagte er am Sonntag vor Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz.
Ausdrücklich verwies der Pontifex dabei neben der "beschämenden Armut" auch auf den Terrorismus, die zunehmende Rüstung in der Welt sowie auf die Bedrohung durch Umweltverschmutzung und Seuchen. Die Weihnachtsbotschaft wurde vom Fernsehen in über 70 Länder übertragen. Zugleich verwies der deutsche Papst auf die Lage im Irak und im Nahen Osten sowie auf die "Bruderkriege" und ungelösten politischen Probleme in Afrika, Lateinamerika und Ostasien. Wer der christlichen Botschaft folge, setze sich für Dialog und Versöhnung ein.
Papst dankte für für Friedenslicht aus Oberösterreich
Benedikt XVI. hat bei der Christmette im Petersdom für den Christbaum aus Oberösterreich und für das Friedenslicht gedankt, das ihm von einer oberösterreichischen Delegation am 17. Dezember überreicht worden war. "Gemeinsam mit dem Weihnachtsbaum haben uns unsere österreichischen Freunde eine kleine Flamme gebracht, die sie in Bethlehem angezündet hatten. Sie wollen uns damit das wahre Geheimnis des Weihnachtsfestes und den inneren Glanz, der vom Jesuskind ausstrahlt, vermitteln", sagte der Papst vor tausenden von Gläubigen.
"Lassen wir zu, dass dieser innere Glanz uns erfüllt und in uns die Flamme der Güte Gottes anzündet", fügte Benedikt XVI. hinzu.
Der 6,8 Tonnen schwere Christbaum, der aus dem Revier Hinterwald der Revertera'schen Gutsverwaltung im Mühlviertel stammt, steht neben der traditionellen Krippe am Fuße des Obelisken in der Mitte des Petersplatzes. Rund 30 weitere Bäume, die unter anderem die Privatgemächer des Papstes schmücken, kommen aus dem Revier Sternwald der Starhemberg'schen Forstverwaltung.
(apa/red)
