Internationaler Haftbefehl ausgestellt: Italien sucht jetzt 22 CIA-Geheimagenten!
- Wegen Entführung eines ägyptischen Imams 2003
- Deutsche Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall
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Ein italienischer Richter hat Europäische Haftbefehle zur Ergreifung 22 mutmaßlicher CIA-Agenten ausgestellt. Nach Angaben der Mailänder Justiz werden die Amerikaner verdächtigt, an der Entführung eines radikalen ägyptischen Imams beteiligt gewesen zu sein. Der Mann soll im Februar 2003 in Mailand verschleppt und nach Ägypten gebracht worden sein, wo er angeblich gefoltert wurde.
In Italien gültige Haftbefehle gegen die mutmaßlichen Geheimdienstmitarbeiter wurden bereits im Sommer erlassen. Mit der Ausstellung der Europäischen Haftbefehle können die Verdächtigen nun aber in jedem Staat der EU festgenommen werden.
Staatsanwalt Armando Spataro hat zudem ein Auslieferungsverfahren beantragt. Justizminister Roberto Castelli erklärte, er habe den Haftbefehl unterzeichnet, wolle vor einer Entscheidung über einen Auslieferungsantrag an die USA aber noch weitere Gerichtsunterlagen einsehen. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte zu Beginn der Woche öffentlich bezweifelt, dass an den Vorwürfen gegen die CIA etwas dran sei.
Auch die Staatsanwaltschaft Zweibrücken in Rheinland-Pfalz ermittelt in dem Fall, weil der Imam über den US-Fliegerhorst Ramstein nach Ägypten geflogen worden sein soll. Die Ermittler interessiere besonders, wer in dem Flugzeug gesessen habe, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer. Er rechne aber nicht mit Verhaftungen. Der Aufenthaltsort von Osama Mustafa Hassan Nasr, bekannt als Abu Omar, ist unbekannt. (apa)
