Wiederholung der Wahl im Irak gefordert: Sunniten-Bündnis akzeptiert Ergebnis nicht
- Absolute Mehrheit für Schiiten-Allianz sei unmöglich
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Das sunnitische Bündnis "Front der Eintracht" hat der irakischen Wahlkommission vorgeworfen, das Ergebnis der Parlamentswahl vom 15. Dezember in Bagdad gefälscht zu haben, und verlangt die Wiederholung des Urnengangs. Die Führer der Front sagten am Dienstag vor der Presse in Bagdad: "Wir fechten das Ergebnis an". Es sei nicht möglich, dass die religiöse Schiiten-Allianz in Bagdad tatsächlich die absolute Mehrheit errungen habe.
Das sunnitische Bündnis forderte die Wiederholung der Wahl in der Hauptstadt-Provinz "und in allen anderen Provinzen, in denen es eventuell eine Fälschung der Ergebnisse gegeben hat". "Sie sollten die Zahlen sofort korrigieren", forderte Tarek al-Hashemi von der Irakischen Islamischen Partei.
Zur "Front der Eintracht" gehören die Irakische Islamische Partei, der Allgemeine Rat für das Irakische Volk unter Adnan al-Dulaimi und der Irakische Nationale Rat für Dialog. Unklar ist, wie das radikalere Sunniten-Bündnis unter Saleh al-Mutlak auf das vorliegende Wahlergebnis reagieren wird. Alle sunnitischen Parteien fordern ein "Ende der Besatzung".
Die bisherigen Ergebnisse beruhen auf der Auszählung von 89 Prozent der Stimmen. Demnach erhielt die regierende Schiiten-Allianz in Bagdad 59 Prozent der Stimmen - wesentlich mehr als viele Beobachter erwartet hatten. Die "Front der Eintracht" kam nur auf 19 Prozent, die säkular orientierte "Irakische Nationale Liste" des schiitischen Ex-Übergangs-Premiers Iyad Allawi auf 14 Prozent.
Politische Beobachter befürchten, dass die Ablehnung des Ergebnisses durch die "Eintracht-Front" die arabischen Sunniten, die sich erstmals seit dem Sturz des Baath-Regimes an einer Wahl beteiligt hatten, zu einem Abbruch ihrer Beteiligung am politischen Prozess führen könnte. (apa)
