Saddam Hussein über seine Festnahme:
"Wollte noch mit meinem Motorrad fliehen!"
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Der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein hat einer britischen Boulervardzeitung Einzelheiten seiner Festnahme vor zwei Jahren erzählt. Kurz vor seiner Festnahme habe er mit einem Motorrad fliehen wollen, teilte der Ex-Präsident der "Sun" (Montagausgabe) über seinen Anwalt, den früheren US-Justizminister, Ramsey Clark mit. Doch das Gefährt sei nicht mehr da gewesen. Ebenso wenig wie der Besitzer des Hauses. "Er wusste, dass er verraten wurde."
"Ich bin durch das Loch aus dem Haus raus, in dem ich mich versteckt habe. Ich kletterte in das Loch, dann in den Tunnel, dann verlor ich das Bewusstsein", schilderte Saddam Hussein die Augenblicke vor seiner Gefangennahme durch US-Soldaten. Möglicherweise sei Gas in den Tunnel eingeleitet worden, jedenfalls habe er sich nur Minuten, nicht Stunden oder Tage in dem Tunnel aufgehalten, erklärte der Ex-Machthaber. Saddam Hussein wurde am 13. Dezember 2003 in einem sieben Meter tiefen Erdloch bei Tikrit aufgegriffen.
Vor seiner Festnahme hatte er jeden Tag seinen Aufenthaltsort gewechselt und die Aufständischen gegen die US-Truppen befehligt. "Aber alle paar Tage kam er zu diesem Versteck zurück. Jetzt weiß er, dass es ein Fehler war. Die Amerikaner haben das Erdloch wahrscheinlich nicht entdeckt. Sie wurden davon informiert", so Clark.
Der Zeitung zufolge lobte Saddam auch den französischen Präsidenten Jacques Chirac. "Chiracs Feigheit (im Irak-Krieg, Anm.) hat ihm die ewige Freundschaft des Fleischers von Bagdad beschert", heißt es despektierlich. Saddam soll im Gefängnis gesagt haben, dass Chirac "ein langjähriger Freund" von ihm gewesen sei.
Vor einem Sondergericht in Bagdad wird Saddam derzeit der Prozess wegen Verbrechen während seiner Amtszeit gemacht. Dem möglichen Todesurteil blickt er laut "Sun" mit Trotz entgegen. "Mir ist egal, ob ich umgebracht werde. Es wird immer einen Saddam geben."
(apa/red)
