"Forschung auf höchstem Niveau": Elite-Uni
startet im Herbst mit provisorischem Betrieb
- "Normale" Unis ringen um Leistungsvereinbarungen
- Neue Zugangsregelung für EU-Studenten gesucht
Mit dem "Austrian Institute of Advanced Science and Technology" (AIAST) soll Österreich ab Herbst 2006 eine Elite-Universität bekommen. In dieser Graduierten-Forschungseinrichtung ist "Forschung auf höchstem Niveau" durch eine enge Zusammenarbeit von renommierten Wissenschaftern mit jungen Talenten geplant.
Der Startschuss soll - wohl rechtzeitig vor der Nationalratswahl - Anfang Oktober kommenden Jahres erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt wird es aber noch keinen regulären wissenschaftlichen, sondern nur einen provisorischen Betrieb geben. Derzeit werden noch private Sponsoren für das AIAST gesucht und auch die Standortfrage ist noch nicht geklärt. Beworben haben sich Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und die Steiermark.
AIAST: Gesamt-Investition von 80 Mio. Euro
Im Vollausbau nach zehn Jahren sind 25 bis 30 wissenschaftliche Gruppen mit insgesamt etwa 500 Forschern geplant. Inhaltlich soll zunächst in den Naturwissenschaften und der Mathematik geforscht werden, später auch in anderen Disziplinen. Die Gesamt-Investitionskosten bis zum Vollausbau des AIAST werden auf 80 Mio. Euro geschätzt (inklusive 30 Mio. Euro Laborausstattung, aber ohne Grundstückskosten). Die laufenden Kosten werden im ersten Jahr mit 22 Mio. Euro beziffert und betragen im Endausbau 70 Mio. Euro jährlich.
2006 wird es voraussichtlich erneut Änderungen beim Uni-Zugang geben. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und dem darauf folgenden Ansturm deutscher Studenten speziell in Medizin soll es zwischen Österreich, Deutschland und der EU-Kommission bis Ende Jänner zu einer Einigung auf eine neue, EU-rechtskonforme Lösung kommen, die ab dem Studienjahr 2006/07 gilt. Derzeit stehen zwei Lösungen zur Diskussion: Entweder es gibt in den überlaufenen Studienrichtungen eine Mindestquote für österreichische Studenten, oder Studenten aus dem EU-Ausland müssen in diesen Fächern einen Studienplatz in ihrer Heimat nachweisen. Ob den Unis dann weiterhin die Möglichkeit eingeräumt wird, Zugangsbeschränkungen zu verhängen, ist noch offen. Derzeit planen die drei Medizin-Unis ab dem Studienjahr 2006/07 eine gemeinsame elektronische Voranmeldung für das Studium. Bei der Studenten-Auswahl wollen Wien und Innsbruck den Schweizer Eignungstest für das Medizinstudium (EMS), Graz setzt auf einen Multiple-Choice-Test.
Leistungsvereinbarungen zwischen Unis und Bund
An den "normalen" Universitäten steht die Verteilung des Geldkuchens für die Jahre 2007-2009 auf dem Programm. Bis Ende 2006 müssen die Leistungsvereinbarungen zwischen Unis und Bund abgeschlossen sein, in denen einerseits die von der Universität zu erbringende Leistung (z.B. strategische Ziele, Profilbildung, Universitäts- und Personalentwicklung, Forschung, Studien und Weiterbildung sowie gesellschaftliche Zielsetzungen) und andererseits die Leistungsverpflichtung des Bundes (also vor allem die Finanzierung) geregelt wird.
Als erste große Universität wird die Wirtschaftsuni (WU) außerdem ab dem Studienjahr 2006/07 ihr gesamtes Studienangebot auf das dreigliedrige Studiensystem (Bakkalaureat/Bachelor, Magister/Master, Doktorat/PhD) umstellen. (apa)
