Montag, 19. Dezember 2005

Zwei Tage länger in der Schule als bisher: 2006 bringt früheren Beginn des Schuljahrs

  • Verpflichtende Fünf-Tage-Woche an Pflichtschulen
  • Mehr Nachmittagsbetreuung - Neue PISA-Tests

2006 müssen viele Schüler zwei Tage länger in der Schule sitzen als bisher. Das Schuljahr 2006/07 beginnt für alle Kinder und Jugendlichen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland bereits am Montag, dem 4. September, bzw. im restlichen Österreich am Montag, dem 11. September. Bisher fiel der Startschuss an den höheren Schulen erst jeweils am Mittwoch. Außerdem wird an den Pflichtschulen die Fünf-Tage-Woche verpflichtend eingeführt und die Tagesbetreuung erweitert.

Ab dem Schuljahr 2006/07 können außerdem Nachprüfungen, sollte dies der Schulgemeinschaftsausschuss beschließen, bereits ab Donnerstag der letzten Ferienwoche (31. August bzw. 7.September) stattfinden. Abgeschlossen sein müssen sie am Dienstag der ersten Schulwoche. Gleich am ersten Mittwoch (6. bzw. 13. September) muss dann der neue Stundenplan stehen.

Grundsätzlich frei wird an den Pflichtschulen der Samstag sein. Wenn an einer Schule eine Sechs-Tage-Woche gewünscht wird, müssen dies die Schulpartner ausdrücklich beschließen. Damit wird die Rechtslage umgedreht: Bisher war die Sechs-Tage-Woche Standard, von dem Ausnahmen beschlossen werden mussten.

Kein Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung
Bei der Tagesbetreuung sollen die Schulpartner die Wahl haben, ob sie eine rein freiwillige Nachmittagsbetreuung oder eine echte Ganztagsschule möchten. Einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung gibt es allerdings nicht: Für die Bildung einer Betreuungs-Gruppe sind mindestens 15 Kinder für mindestens drei Tage in der Woche nötig - wobei allerdings auch schulübergreifend Gruppen gebildet werden können. Die Anmeldung dafür erfolgt frühestens bei der Einschreibung in die Schule. Bis wann sie spätestens möglich ist, muss am jeweiligen Standort festgelegt werden.

Weitere Maßnahmen: Unter dem Titel "Unterrichtsgarantie" sollen ab 2006/07 höchstens 2,5 Prozent der Stunden ausfallen dürfen. Die Schulen können Unterrichtsstunden blocken, und Kinder, die die Unterrichtssprache nicht beherrschen, können in der Volksschule bis zu elf Wochenstunden aus dem Regelunterricht herausgenommen und ein Jahr lang in Kleingruppen von acht bis zwölf Schülern gefördert werden. Direktoren kleinerer Standorte sollen außerdem mit der Leitung von zwei Schulen betraut werden können.

Neue Regelung für "Nahtstellen"
Außerdem sollen Kinder und Jugendliche auch an den so genannten "Nahtstellen" (etwa beim Übergang von Volksschule in Hauptschule) eine Klasse überspringen können. Auch ein früherer Eintritt in die Volksschule wird unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Und schließlich wird es noch für 5.000 Kinder der vierten Schulstufe bzw. für ebenfalls 5.000 Jugendliche des Altersjahrgangs 1990 ernst. Sie unterziehen sich im April bzw. Mai den internationalen Schülerleistungstests PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study), bei dem es um die Leseleistungen der Kids geht, und PISA (Programme for International Student Assessment), der internationalen Bildungsvergleichsstudie mit dem diesjährigen Schwerpunkt Naturwissenschaften. Die Ergebnisse der beiden Studien erscheinen jeweils im Dezember 2007. (apa)

19.12.2005 13:32