Kälte, Hitze, Hochwasser, Orkane & Hagel: 2005 war ein Jahr der Extreme in Österreich
- Kein langjähriger Trend zu mehr Unwettern erkennbar
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Ein Jahr der Extreme neigt sich dem Ende zu - zumindest was das Wetter in Österreich betrifft. Von enormer Kälte, über Hitzewelle und Hochwasser, bis hin zu Orkan und Hagelgewitter war alles dabei. Doch obwohl die Auswirkungen der meteorologischen Ereignisse teilweise verheerend waren, ist Wetter-Experten zufolge kein Trend zu mehr Rekordniederschlägen und sonstigen Unwettern erkennbar.
"2005 war sehr abwechslungsreich. In weiten Teilen Österreichs gab es einen sehr ausgiebigen Winter, der lange gedauert hat und selbst in den Niederungen große Schneemengen brachte. Der Sommer ist für viele Menschen enttäuschend verlaufen, auch wenn die Temperaturen statistisch gesehen im langjährigen Mittel lagen. Er war halt sehr verregnet", zog Ernest Rudel, Chef der Klimaabteilung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte in Wien, im APA-Gespräch eine erste Bilanz.
Für die Meteorologen des Wetterdienstes "Meteomedia" war 2005 ein äußerst turbulentes und arbeitsintensives Jahr. Mit 1,9 Millionen versendeten Unwetterwarnungen wurde ein neuer Rekord erzielt. Apropos Rekord: Die bisher tiefste Temperatur des Jahres wurde am 1. März in Seefeld gemessen - minus 27,3 Grad. "Ab 27. Dezember besteht die Chance, dass die Tiefsttemperaturen unterboten werden", prognostizierte Chefmeteorologe Manfred Spatzierer eisig kalte Nachweihnachtstage.
Die höchste Temperatur - und die wird 2005 sicher nicht mehr überboten - kann übrigens die Bundeshauptstadt verbuchen: Am 29. Juli kletterte in Wien die Quecksilbersäule auf schweißtreibende 36,2 Grad. Die bisherige Windhöchstgeschwindigkeit datiert vom 16. Dezember, als Sturmtief "Dorian" wütete und am Feuerkogel (OÖ) 202 km/h gemessen wurden.
"Für Vorarlberg und Teile von Tirol und Salzburg war der Sommer sicher fürchterlich", erinnert sich Klima-Experte Rudel. "Wobei man sagen muss, dass der alpine Bereich immer sehr sensibel war. Die Auswirkungen sind sicherlich stärker geworden, dennoch ist kein Trend zu mehr und stärkeren Unwettern zu erkennen."
Laut "Meteomedia" fielen während eines schweren Gewitters am 26. Juni in Zell am See innerhalb von nur zehn Minuten 22 Liter Regen pro Kubikmeter, in einer Stunde 60 Liter. Das entspricht der durchschnittlichen Regenmenge des gesamten Juli in ganz Wien. Nachdem im Juli und August vor allem Oberösterreich und Salzburg von Hochwässern betroffen waren, verlagerte sich der Schwerpunkt der Regenfälle am 22. August nach Westösterreich.
In Tirol und Vorarlberg gingen innerhalb von 24 Stunden Regenmengen von bis zu 230 Liter pro Kubikmeter nieder. Schwere Hagelgewitter hat es laut "Meteomedia" fast überall in Österreich gegeben, das schwerste tobte im Grenzgebiet Bayern/Oberösterreich/Salzburg mit "Hagelschloßen", die sechs Zentimeter Durchmesser erreichten. (apa)
