Donnerstag, 22. Dezember 2005

Dramatischer Zwischenfall im Burgenland: Präsenzdiener schießt Kameraden in Hals

  • Bundesheer geht bei Schussabgabe von Unfall aus
  • Das Opfer könnte bleibende Lähmungen davontragen

"Unsachgemäßes Hantieren" ist die Ursache für einen schweren Schussunfall an der burgenländisch-ungarischen Grenze: Ein 21-jähriger Präsenzdiener aus Oberösterreich ist von einem Projektil aus dem Lauf des Gewehrs eines gleichaltrigen Kameraden schwer verletzt worden. Der junge Mann wurde am Wiener AKH operiert.

Der Vorfall ereignete sich südlich von Pamhagen (Bezirk Neusiedl a. See), wo die beiden Präsenzdiener zu zweit an der Grenze postiert waren. Laut Bundesheer löste sich der Schuss zwischen 7.30 Uhr und 8.30 Uhr, als sich die beiden Männer in ihrem Beobachtungsposten gegenübersaßen. Das Projektil traf den Soldaten im Halsbereich. Der Zweite alarmierte daraufhin seinen Zug und der Verletzte wurde per Helikopter ins Wiener AKH transportiert.

Der 21-Jährige wurde am Nachmittag im AKH operiert. Er schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. Der verletzte Präsenzdiener dürfte nach Angaben des Vorstandes des Instituts für Unfallchirurgie im Wiener AKH, Univ.-Prof. Dr. Vilmos Vecsei, dauerhafte Schäden von dem Unfall davon tragen. Er rechnete mit Lähmungserscheinungen an einem Arm und einem Bein, teilte Vecsei der APA mit. Am späten Nachmittag bestand für den 21-jährigen Oberösterreicher nach wie vor Lebensgefahr.

Der junge Mann dürfte mehrere Tage in künstlichem Tiefschlaf bleiben. Laut Vecsei erlitt er unter anderem Verletzungen der Halsgefäße und Nerven.

Der Schütze stand nach dem Vorfall unter Schock. Er wurde in das Heeresspital Stammersdorf in Wien eingeliefert, so das Bundesheer. Die beiden Präsenzdiener stammen aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich. Bei der Waffe handelte es sich um das beim Bundesheer gebräuchliche Sturmgewehr Stg 77.
(apa/red)

22.12.2005 10:37