Nach Regierungsumbildung: Erstmals Frau als Tiroler Landeshauptmannstellvertreter
- Zanon wird Stellvertreterin von Herwig Van Staa
·Neue Tiroler Landes- regierung präsentiert
Bodner, Koler, Steixner (V) und Lindenberger (S)
Nach der Regierungsumbildung erhält Tirol mit der bisherigen Kulturlandesrätin Elisabeth Zanon (V) erstmals eine Frau als Landeshauptmannstellvertreter. Das kündigte Landeshauptmann Herwig van Staa (V) am Mittwoch bei der Präsentation der neuen Verteilung der Geschäftsfelder an.
Tourismus und Finanzen werde Van Staa selbst übernehemen. Auch für die Landesgedächtnisstiftung wird der Landeshauptmann selbst zuständig sein. Zanon habe um die Abgabe des Kulturressorts gebeten. Denn Kultur sei mit ihrem Privatbereich nicht vereinbar, erklärte sie. Dafür erhalte sie den ihr bereits bekannten Bereich der Wohnbauförderung. Zudem soll sie als "erfahrene Politikerin" mit "großem internationalen Ansehen" den Landeshauptmann vor allem bei internationalen Angelegenheiten vertreten. Zanon bezeichnete ihre Bestellung zur Landeshauptmannstellvertreterin als "Zeichen des Vertrauens".
Naturschutz-Landesrätin Anna Hosp gebe den Bereich der Raumordnung an den neuen Wirtschaftslandesrat Johannes Bodner ab. Bei den Beteiligungen des Landes erhalte Hosp die Zuständigkeit für die Tiroler Landeskrankenanstalten (Tilak) von Van Staa.
Das "jüngste Gesicht" der neuen Regierung, Bodner, wird neben Wirtschaft und Wirtschaftsföderung, auch die Wasserwirtschaft übernehmen. Der bisherige Bezirkshauptmann von Landeck, Erwin Koler, wird für Bildung und Kultur zuständig sein. Bauernbundobmann Anton Steixner erhält neben dem Agrarressort auch den Bereich Sicherheit, sowie den Öffentlichen Personennahverkehr und den Infrastrukturbereich mit Tief-, Hoch- und Straßenbau.
Es handle sich um eine "ausgewogene" Aufteilung, erklärte Van Staa. Sie gebe den neuen Regierungsmitgliedern die Möglichkeit, "wichtige Tätigkeitsbereiche zu übernehmen". Man habe versucht, Befangenheiten und Unvereinbarkeiten auszuschalten. So habe Van Staa selbst etwa den Bereich Kultur abgelehnt. Selbst kulturinteressiert sei er befangen, erklärte er. Er wolle nicht in den Verdacht der Parteilichkeit kommen.
Bei der Tiroler SP war die neue Verteilung der Ressorts bereits am Montagabend klar. Hans Lindenberger soll neuer Verkehrs- und Umweltlandesrat werden. LHStv. Hannes Gschwentner übernimmt das Sozialressort.
Die Umbildung der Landesregierung war notwendig geworden, nachdem am Freitag beinahe zeitgleich Finanzlandesrat Ferdinand Eberle (V) und Soziallandesrätin Christa Gangl (S) ihren Rücktritt angekündigt hatten. Die VP nahm dies zum Anlass, eine "große Umbildung" des Regierungsteams durchzuführen. Am Montag nahmen Sicherheitslandesrat Konrat Streiter (V) und Bildungslandesrat Sebastian Mitterer (V) ihren Hut. Die Wahl der neuen Regierungsmitglieder sowie der Beschluss zur neuen Verteilung der Geschäftsfelder soll am 3. Jänner im Landtag erfolgen.
(apa)
